Ein äußerst pfiffiger Tunnelexperte

10.11.2015 • 18:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Murmeltiere sind sehr vorsichtige Tiere. Mit lauten Pfiffen warnen sie ihre Artgenossen vor Gefahren. Foto: VN
Murmeltiere sind sehr vorsichtige Tiere. Mit lauten Pfiffen warnen sie ihre Artgenossen vor Gefahren. Foto: VN

Seinen Namen hat das Murmeltier den alten Römern zu verdanken. 

Schwarzach. Eines gleich vorweg: Mit Murmeln hat das Murmeltier nichts zu tun. Den Namen verdanken die possierlichen Nagetiere dem althochdeutschen Begriff „murmunto“. Der wiederum stammt vom lateinischen „mures montis“ ab, was so viel wie Bergmaus bedeutet. Die alten Römer gaben dem Murmeltier diesen Namen, da es in einem Loch unter der Erde lebt und schrille Laute von sich gibt.

Murmeltiere schlafen sechs Monate im Jahr tief und fest. Da sie die ganze Zeit über nichts fressen, leben sie wie in Zeitlupe. Sie kühlen ab, ihr Herz schlägt sehr
langsam, beinahe hören sie auf zu atmen. Man könnte fast meinen, sie wären tot, dabei halten sie nur Winterschlaf. Einmal im Monat werden sie wach und gehen
zur Toilette. Dann schlafen sie wieder ein. Bevor der Winter kommt, muss das Murmeltier daher Fettreserven anlegen. Deshalb frisst es sehr viel.

Auf seinem Speiseplan stehen Blätter, Früchte, Samen und Wurzeln. Zwischendurch darf es aber auch mal ein Wurm, eine Heuschrecke oder eine Schnecke sein. Erstaunlicherweise müssen Murmeltiere nichts trinken, der Tau und die Flüssigkeit in den Pflanzen reichen ihnen aus.

Familie Murmeltier

Murmeltiere sind sehr gesellige Tiere. Sie leben in Familien mit zwei bis zwanzig Mitgliedern und in Kolonien unterschiedlicher Größe.

Im Sommer gräbt die Familie eine Wohnung mit vielen Gängen, dazu gehören ein Schlafzimmer und eine „Toilette“. Der längste Tunnel, der bislang entdeckt wurde, war 113 Meter lang. Murmeltiere sind neugierig, aber auch sehr vorsichtig: Stets sitzt irgendwo ein Wachposten und warnt mit lautem Pfiff sämtliche Artgenossen vor Gefahren. 

Murmeltiere werden zwischen 50 und 60 Zentimeter lang und wiegen 3,5 bis 5,5 Kilo. Die Nager kann man sowohl in den baumlosen oder baumarmen Regionen des Hochgebirges finden als auch auf hochgelegenen Almwiesen bis hin zu kargen, geröllreichen Felskaren.