Klimakonferenz soll Bildungsimpulse setzen

10.11.2015 • 20:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Landesschulsprecher Sebastian Ratz und Niandong Hu nehmen den Klimaschutz ernst. Foto: VN/Paulitsch
Die Landesschulsprecher Sebastian Ratz und Niandong Hu nehmen den Klimaschutz ernst. Foto: VN/Paulitsch

Landesschulsprecher sehen Nachholbedarf in Sachen Klimaschutzbildung.

Schwarzach. (VN-pes) Wenn am Freitag, 20. November, im Bregenzer Festspielhaus die Vorarlberger Klimakonferenz stattfindet, dann haben die Organisatoren vor allem die Jugend im Sinn. „Sie ist der eigentliche Zweck der Klimakonferenz, denn sie ist ja die Generation, die mit den Folgen des Klimawandels fertigwerden muss“, sagt Hildegard Breiner, Obfrau des Naturschutzbundes Vorarlberg.

Um die Schüler für die Klimakonferenz und ihre Ziele zu begeistern, haben Breiner und Co. jetzt die Landesschulsprecher mit ins Boot geholt. BMHS-Sprecher Sebastian Ratz (18) und seine Kollegin von den AHS, Niandong Hu (17), sehen noch Nachholbedarf bei der Bewusstseinsbildung in Sachen Klimaproblematik. „Ich denke, dass jeder das Gefühl hat, der Einzelne kann nicht wirklich etwas verändern“, erklärt Ratz. Zwar wissen die Jugendlichen gut Bescheid, wie und warum man Müll trennen muss, sagen beide einhellig, nicht unbedingt aber, was man gegen den Klimawandel tun kann. Da gibt es auch Unterschiede zwischen den Schularten.

Unflexible Lehrpläne

In Sachen Lebensstil und Konsumverhalten lernen die BMHS-Schüler schon recht viel, weiß der Bezauer Tourismusschüler Ratz. „Speziell in Tourismus-Geografie lernen wir auch, woher die Produkte kommen“ – inklusive der Folgen für das Klima, die lange Transportwege verursachen. „Am Gymnasium fehlt das komplett“, beklagt Niandong Hu. Das liege übrigens nicht zuletzt an der Zentralmatura. „Die Lehrpläne sind nicht mehr so elastisch, wie sie einmal waren, mit der Zentralmatura geht sehr viel Spontaneität verloren“, so die Schülerin des Bregenzer BG Gallus. „Über den Klimawandel muss man schon in der Unterstufe lernen“, stellt sie klar.

Eben da soll die Klimakonferenz Anregungen geben. „Wir wollen nicht nur informieren, sondern auch inspirieren“, erklärt Hans Punzenberger von der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien Vorarlberg (AEEV). Gerade am Konferenzvormittag soll die Jugend in Workshops eingebunden werden. „Wie ernst ist der Klimawandel“, „Klima und Gerechtigkeit – wer zahlt die Zeche?“ oder „Umwelt- und Klimaschutz in der Schulabschlussarbeit“ lauten die Themen einiger Arbeitsgruppen. Die Organisatoren hoffen auf viele Anmeldungen von Klassen.

Kostenlose Öffis

Die Teilnahme an der Freitagsveranstaltung wird den Schülern durch zweierlei Maßnahmen erleichtert. „Die Klimakonferenz ist eine schulbezogene Veranstaltung“, erläutert Hildegard Breiner. Das heißt, Schüler sind vom Unterricht entschuldigt, wenn sie hingehen und bekommen auch eine Bestätigung, dass sie dort waren. Außerdem ist die Anreise mit dem Verkehrsverbund kostenlos. „Mobilität ist schließlich der Hauptverursacher von CO2-Emissionen“, stellt Punzenberger klar.  

Weitere Informationen zur Vorarlberger Klimakonferenz gibt es unter: www.wirsindklima.org