Naturschützer gehen am Rohrspitz auf Barrikaden

10.11.2015 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geht es nach Günther Salzmann, soll das Hafengebäude am Rohrspitz künftig so aussehen.  Foto: ARCHITEKTUR Jürgen Hagspiel
Geht es nach Günther Salzmann, soll das Hafengebäude am Rohrspitz künftig so aussehen. Foto: ARCHITEKTUR Jürgen Hagspiel

Vorarlberger Organisationen stellen sich gegen die Pläne am Salzmann-Hafen.

Fußach. (VN-ger) Der geplante Umbau des Salzmann-Hafens in Fußach ist den Naturschützern schon lange ein Dorn im Auge: In einer gemeinsamen Sitzung mit der Naturschutzanwaltschaft sprachen sich die Vertreter von Alpenschutzverein, Alpenverein, Bird Life, Fischereiverband, Imkerverband, Naturfreunde, Naturschutzbund und Naturwacht am Dienstag erneut gegen die Baumaßnahmen am Rohrspitz aus. Sie orten in dem Gebiet bereits jetzt große Probleme, vor allem mit dem sinkenden Grundwasserstand und den vielen Störungen durch die Freizeitnutzung. „Der Bau der Tiefgarage und die Ausweitung das Campingplatzes und des Restaurantbetriebs würden weitere Belastungen in das Schutzgebiet Rheindelta bringen und zudem dem seit 1957 bestehenden weitgehenden Bauverbot im Naturschutz- und Europaschutzgebiet Rheindelta widersprechen“, sind sich die Naturschutzorganisationen einig und fordern, dass im ältesten Schutzgebiet Vorarlbergs die Grenzen des Ausbaus respektiert würden. Anders bewerten das offenbar die Behörden.

„Naturschutzsensibel“

Grundsätzlich sei festzuhalten, dass „rechtmäßig bestehende Anlagen dem bewilligten Verwendungszweck entsprechend benützt oder betrieben und instandgehalten werden dürfen“, schreiben Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und Landesrat Johannes Rauch in einer aktuellen Anfragebeantwortung an die Grünen. Der Antragsteller sei angehalten worden, Bauvorhaben mit den Zielen des Umwelt- und Naturschutzes vereinbar zu gestalten. „So handelt es sich auch bei gegenständlichem Verfahren um eine naturschutzsensiblere Redimensionierung eines ursprünglich wesentlich größeren Vorhabens“, heißt es weiter. Der geplante Neubau entspricht laut Rüdisser und Rauch nach derzeitigem Kenntnisstand den raumplanungsrechtlichen Vorgaben, insbesondere den Zielen des räumlichen Entwicklungskonzeptes. Auch die Verlegung der oberirdischen Parkflächen in eine Tiefgarage sei „von allen Beteiligten im inzwischen mehrjährigen Verfahren und Planungsprozess als für das Orts- und Landschaftsbild“ positiv bewertet worden.

Günther Salzmann wälzt seit zwölf Jahren Pläne für die Erweiterung des Salzmann-Hafens. Gegenwind ist er dabei gewohnt. Im Juli 2010 sammelte die Bürgerinitiative „Unser Rohrspitz“ 5000 Unterschriften gegen den geplanten Umbau. Knapp ein Jahr später entschied das Land, dass für das Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist. Nach einer erfolglosen Berufung beim Umweltsenat in Wien reichte der Hafenchef im Vorjahr schließlich ein neues, kleiner dimensioniertes Projekt bei der BH Bregenz ein. „Wir machen keinen Quadratmeter Schilf kaputt, im Gegenteil: Die Betonflächen werden weniger“, betont Salzmann immer wieder. Noch ist das Verfahren nicht abgeschlossen.

Die Verlegung der ober­irdischen Parkflächen in eine Tiefgarage wurde positiv bewertet.

Karlheinz Rüdisser