Sechs Jahre Gefängnis für den Schmuggel von Kokain

Vorarlberg / 11.11.2015 • 23:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 10. November 2015.
VN-Bericht vom 10. November 2015.

Begehrte Droge reiste als Haarspray getarnt durch die Lüfte.

Feldkirch. (ec) Die Vorarlbergerin ist 32 Jahre alt und bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Sie ist nicht süchtig und kennt sich in Sachen Kokain offenbar aus. Die großgewachsene Frau antwortet bereitwillig auf die ihr gestellten Fragen. Den Verhandlungssaal verlässt die größtenteils Geständige mit einer unbedingten Haftstrafe von sechs Jahren. Eine Entscheidung, die sowohl sie als auch Staatsanwalt Heinz Rusch akzeptieren.

Enorme Mengen

„Es handelt sich um enorme Mengen“, macht Staatsanwalt Heinz Rusch klar, warum hier ein Strafrahmen von maximal 15 Jahren im Raum steht. Die Frau wird schuldig gesprochen, in den Schmuggel von insgesamt 5,75 Kilo Kokain involviert gewesen zu sein. Selbst geschmuggelt hat sie weniger, sie warb vor allem Kuriere an und begleitete sie. Bestimmt war der Stoff aus Kolumbien für Europa, immerhin schafften es rund zwei Kilo an den Bestimmungsort. Einige Kuriere flogen auf, wurden geschnappt, einer in Bogota verhaftet, ein anderer in Mannheim festgenommen.

Hervorragende Qualität

Das Kokain besitzt einen Reinheitsgehalt von 80 bis 90 Prozent. „Aufgestreckt auf Straßenqualität mit rund 30 Prozent lässt sich die geschmuggelte Menge also aufs Dreifache vervielfachen“, erklärt Rusch. Selbst verkauft hat die Frau auch, hier geht es allerdings um „lediglich“ 315 Gramm. Über 10.000 Euro werden für verfallen erklärt. Diese Summe muss die Verurteilte dem Staat bezahlen. Eine gewisse Besonderheit wies das Versteck der Droge auf. In flüssiger Form war es in präparierte Spraydosen gefüllt, die offiziell als Haarspray oder Deo mitgenommen wurden.

Hintermänner gesucht

Wie so oft gilt das Interesse der Fahnder auch hier den Hintermännern. Auch ein Schmuggler entwischte. Dieser hatte in vier Spraydosen zwei Kilo Kokain im Gepäck und wurde von der Frau begleitet. Sie spricht Französisch, besorgte ihm sein Zugticket, von ihm fehlt jede Spur. Wie viel die Angeklagte für ihre „Begleitung“ bekam, will sie nicht sagen. Auch Lieferschwierigkeiten gab es hin und wieder. So reiste einer der Kuriere nach Südamerika und bezahlte den Stoff. Mitnehmen konnte er ihn dann aber nicht. Stattdessen holte ihn ein anderer Kollege ab. Auch hier ging es um mindestens 1,2 Kilo. Als letzter Punkt wurde der Geständigen noch Geldwäsche angelastet. Rund 27.000 Euro aus Drogengeldern wurden von ihr nach Kolumbien überwiesen. Das Urteil – sechs Jahre Haft – nahmen sowohl Staatsanwalt als auch Beschuldigte an.