Ärzten das Wissen für Praxis bieten

13.11.2015 • 20:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Allergie-Kongress im Festspielhaus. Es geht um Rechtliches und neue Therapien.

bregenz. (VN-mm) Rund 170 Allergologen und Fachärzte tauschen sich derzeit im Festspielhaus in Bregenz aus. Das von Primar Robert Strohal und Primar Wolfgang Elsäßer (beide Landeskrankenhaus Feldkirch) bereits zum fünften Mal organisierte Bodenseesymposium hat sich zwischenzeitlich zum größten Allergie-Kongress in Österreich entwickelt. Strohal meint den Grund zu kennen. „Wir sind im Rahmen dieser Veranstaltung immer bemüht, Wissen für die Praxis anzubieten, um Sicherheit für die Patienten und den behandelnden Arzt zu schaffen“, erklärt der Dermatologe.

Sinnvoller Einsatz

Das Spektrum an Therapien hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Es stehen Medikamente in Form von Tabletten, Tropfen und Spritzen zur Verfügung. Bei allen ist die Datenlage gut. Auch die Diagnosemöglichkeiten sind dank Molekularbiologie genauer geworden. Sowohl Medikamente wie die Labordiagnostik kosten Geld. „Deshalb ist es für Ärzte wichtig zu wissen, wie beides möglichst sinnvoll und punktgenau eingesetzt wird“, sagt Robert Strohal. Was die Behandlung betrifft, sind inzwischen auch die sogenannten Biologika, die bislang vorwiegend bei Schuppenflechte im Einsatz waren, in der Allergologie angekommen. Sie können gezielt den allergieauslösenden Botenstoff blockieren. Ebenfalls neu ist die Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben mittels oraler Medikamentengabe. „Wir können Betroffenen wirklich die aktuellsten Therapien anbieten“, berichtet Strohal nicht ohne Stolz.

Unterschiedlich ist hingegen die Akzeptanz schon bewährter Methoden. So wird etwa die orale Therapie trotz belegter Wirkung laut dem Experten eher ungern gewählt. „Warum, wissen wir nicht“, räumt er ein. Am heutigen Veranstaltungstag werden deshalb Patientenbefragungen vorgestellt, die Aufschluss über die Motive bringen sollen. Das Bewusstsein für die Allergie-Impfung hat hingegen zugenommen. Die Zuweisungen zu dieser Form der Behandlung sind im Steigen begriffen. Sie gilt als die Methode mit der höchsten Erfolgsrate.

Beim Symposium geht es aber auch um Rechtsfragen, wie etwa den Umfang der Aufklärungspflicht, oder darum, was der Arzt, was der Patient tun muss, um einen Behandlungserfolg zu gewährleisten. Robert Strohal sieht das Bearbeiten solcher Themen nicht nur als Beitrag zur Qualitätssicherung. Es biete allen Beteiligten auch ein Stück weit Rechtssicherheit. Ebenfalls behandelt wird der Umgang mit schwierigen Patienten. Der sei nämlich oft aufreibend.

Medikamente und Diagnostik sollen sinnvoll eingesetzt werden.

Robert Strohal