Fersengeld statt Bargeld nach nächtlicher Taxifahrt

Vorarlberg / 13.11.2015 • 22:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zwei junge Frauen sollen nach Taxifahrt ausgestiegen und geflüchtet sein. Foto: Symbol
Zwei junge Frauen sollen nach Taxifahrt ausgestiegen und geflüchtet sein. Foto: Symbol

Im Betrugsprozess gegen zwei junge Frauen müssen erst noch Zeugen gefunden werden.

Dornbirn. Nicht nur Freundschaft verbindet die beiden angeklagten Frauen, von denen die eine 28 Lenze zählt, die andere 25. Beide teilen auch ein gemeinsames Problem mit einem Taxifahrer. Sie sollen den Berufschauffeur um seinen Fuhrlohn betrogen haben. Eine „harte Nuss“ für den Dornbirner Bezirksrichter Frank Plasinger. Stehen doch Aussagen gegen Aussagen bei der Verhandlung.

Sowohl die Beschuldigten als auch der Taxifahrer beschwören auf eindringlichste Weise, dass es hier nur eine Wahrheit gäbe, nämlich „Wir haben recht!“ oder „Ich habe recht!“.

Es geschah im September dieses Jahres. Das Frauenduo hatte sich gerade im Hohen­emser McDonald’s gesättigt, als es ihnen nach Partyspaß gelüstete. Dabei fiel ihre Wahl auf ein in Dornbirn gelegenes Lokal. „Auf ins B 1“, trugen sie dem nächstbesten Taxifahrer auf. Doch Speis und Trank im Fastfoodrestaurant hatten ihre Taschen geleert, so ging die Fahrt für die beiden Damen bargeldlos vonstatten.

„Lauf weg!“

Sehr zum Missfallen des 51-jährigen Taxifahrers, der die anschließenden Vorgänge später am Bezirksgericht Dornbirn folgendermaßen schildert: „Ich musste kurz vor dem B 1 in Dornbirn anhalten. Dann schrie die eine die andere an: ,Lauf weg! Und beide rannten davon. Eine konnte ich erwischen. Und die rief der anderen zu, sie solle zum Auto zurück. Sie meinte damit mein Taxi, in dem noch der Schlüssel steckte.“

Des Taxibetrugs beschuldigt, betonen die beiden Damen hingegen einhellig: „Stimmt alles nicht!“

Ganz anders sei das gewesen. „Ich hatte zwar kein Geld mehr im Sack, aber eine Bankomatkarte. Und mit der wollte ich zahlen, aber er hielt mich fest“, sagt die 25-jährige Beschuldigte. Warum es nicht zur Bezahlung per Bankomat kam, versucht die mitangeklagte 28-Jährige zu rechtfertigen: „Der Taxler hat schon während der Fahrt angefangen herumzuschreien und zu spinnen! Ich bekam Angst, stieg aus und lief weg. Daraufhin hat der Typ noch mehr herumgeschrien und gesponnen!“

Von Zeugen beobachtet?

Irgendwelche Zeugen hätten den Konflikt vor Ort aus irgendeinem Fenster beobachtet und den Taxifahrer aufgefordert, sie loszulassen, behauptet nun jene Angeklagte, die sich damals im festen Griff des Geschädigten befand.

„Sie versuchen mir doch keinen Bären aufzubinden?“, mahnt Richter Plasinger die beiden Beschuldigten. „Nein, diese Zeugen gibt es!“, beteuern die jungen Frauen. „Falls Ihre Aussage stimmt, haben Sie vermutlich recht“, sagt Plasinger, „doch wenn nicht, dann haben Sie ein Problem.“ Der Richter vertagt die Verhandlung. Denn man wolle jetzt versuchen, jene unbekannten Zeugen auszuforschen. Zwecks Bestätigung von Lüge oder Wahrheit.