Kraftfahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen

13.11.2015 • 20:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Mag. Martin Reichegger
Mag. Martin Reichegger

Verwendung eines Fahrzeuges mit ausländischem Kennzeichen ist problematisch.

Achtung! Bei Verwendung von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen sind mehrere einschlägige Bestimmungen einzuhalten.

Kraftfahrrechtlich: Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich ist die Verwendung eines Fahrzeuges mit ausländischem Kennzeichen generell nur für die Dauer eines Monats gestattet. Die Frist wird bei der erstmaligen Einbringung nach Österreich ausgelöst! Bei Missachtung droht u.a. die Abnahme des Kennzeichens sowie eine Verwaltungsstrafe von bis zu 5000 Euro.

Abgabenrechtlich (Versicherungssteuer, NoVA): Wird das Fahrzeug nach diesem (einen) Monat weiterverwendet, ist dieses in Österreich zuzulassen und entsprechend zu versichern und die NoVA zu entrichten. Wer dem nicht entspricht riskiert ein Abgaben- und Finanzstrafverfahren wegen der Hinterziehung von Kfz-Steuern und Normverbrauchsabgaben.

Zollrechtlich: Fahrzeuge aus Drittländern (FL, CH) außerhalb der EU müssen verzollt werden. Eine Ausnahme ist die sogenannte vorübergehende Verwendung. Seit Mai 2015 dürfen diese Fahrzeuge von Inländern nur mehr für Fahrten zwischen Arbeitsplatz (Drittstaat) und Wohnort des Beschäftigten (Inland) oder für die Ausführung einer im Arbeitsvertrag der betreffenden Person vorgesehenen Aufgabe (z. B. Kundenbesuche) verwendet werden. Verstöße dagegen führen zur Vorschreibung von Zoll und USt in Abgabenverfahren und darüber hinaus zu einem Finanzstrafverfahren, wobei neben der Strafe auch der Verfall des Autos ausgesprochen werden kann. Die Abgaben müssen bezahlt werden und das Auto ist weg!

Resümee: Die Verwendung eines Fahrzeuges mit ausländischem Kennzeichen ist problematisch und kann teuer zu stehen kommen. Lassen Sie sich daher am besten beraten und ersparen sich Geld, Ärger und Zeit.

Mag. Martin Reichegger,
Rechtsanwalt in Feldkirch