Dreiste Betrügerin oder schlechte Geschäftsfrau

15.11.2015 • 21:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

11.000 Euro sollten in ein Reisebüro fließen, bislang wurde daraus allerdings nichts.

Christiane Eckert

Feldkirch. Es ist das dritte Mal, dass das Gericht in dieser Causa tagt. Doch auch dieses Mal gibt es bezüglich des angeklagten schweren Betruges kein Urteil. Die Beschuldigte rief kurzfristig an und teilte mit, dass ihr Onkel in ihrer Heimat im Sterben liege, sie könne nicht zur Verhandlung kommen. Danach würde sie aber bestimmt nach Österreich kommen und sich allen Fragen stellen, so die Südländerin. Betrügerin sei sie jedenfalls keine, so ihre Aussage.

Ihren Landsleuten erzählte die Frau im vergangenen Jahr offenbar, dass sie vorhabe, ein Reisebüro zu eröffnen. Dazu brauche sie allerdings zusätzliches Geld.

Große Pläne

Da dem Bekannten der Dame die Idee nicht so schlecht schien, lieh er ihr 4000 Euro. Dass es bis heute kein Reisebüro gibt und auch das Geld nicht zurückfloss, enttäuscht den Mann.

Und noch ein zweiter wollte sich am künftigen Geschäft beteiligen. Er lieh der künftigen Möchtegerngeschäftsfrau angeblich insgesamt 7000 Euro.

Nichts schriftlich

Letzterer händigte das Geld in zwei Tranchen aus, so ein Zeuge vor Gericht. Zum ersten 5000 Euro, dann nochmals 2000 Euro. Bestätigung hat er keine. Laut einem Zeugen forderte die Frau die Bestätigung über den ersten Betrag zurück. Die Begründung: „Dann stelle ich eine neue über den Gesamtbetrag von 7000 Euro aus.“ Nun hat der Geldgeber überhaupt nichts in Händen, keine Bestätigung über den ersten Teilbetrag und schon erst recht nicht über den Gesamtbetrag von 7000 Euro. Wie das Verfahren weitergeht, ist offen. Wenn die Frau aus ihrer Heimat zurück ist, wird man der Sache jedenfalls nochmals auf den Grund gehen.

Dann stelle ich eine neue Bestätigung über 7000 Euro aus.

Angeklagte