200 neue Wohnungen in Schruns

16.11.2015 • 17:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der „Ill-Litz Hof“ an der Batloggstraße sieht 30 Wohnungen vor. Daneben entstehen zwei Vogewosi-Objekte, drei weitere sind geplant. VN/Schwald
Der „Ill-Litz Hof“ an der Batloggstraße sieht 30 Wohnungen vor. Daneben entstehen zwei Vogewosi-Objekte, drei weitere sind geplant. VN/Schwald

Bauboom in der Montafoner Kommune; zehn Wohnanlagen sind im Entstehen begriffen.

Schruns. Ob beim ehemaligen Café Alpina im Zentrum, wo Rhomberg Bau für die Realisierung eines Wohn- und Geschäftshauses mit 15 Einheiten in den Startlöchern steht, bei der Wohnanlage „Ill-Litz Hof“ von Jäger Bau mit drei Gebäuden und 30 Wohneinheiten auf dem Areal des ehemaligen Jäger-Bauhofs oder dem direkt daneben befindlichen Vogewosi-Projekt, wo bis 2016 ebenfalls zwei Anlagen mit 30 neuen Wohnungen entstehen sollen: Bauarbeiter haben in Schruns derzeit alle Hände voll zu tun. In der Montafoner Gemeinde herrscht ein regelrechter Bauboom. An rund zehn Großbaustellen schießen Wohnanlagen in die Höhe oder befinden sich in Planung. Rund 200 neue Wohnungen sind im Entstehen begriffen.

„Wenn man heutzutage kein Grundstück erbt, kann man es sich bei Grundstückspreisen von bis zu 500 Euro pro Quadratmeter kaum mehr leisten, ein Haus zu bauen“, erklärt sich Bürgermeister Jürgen Kuster den Bauboom in der Kommune. Entsprechend hoch sei die Nachfrage an leistbaren Wohnungen. Erst passiere jahrelang nichts, und dann entstünden plötzlich binnen weniger Jahre so viele Wohnanlagen, sagt Kuster.

„Und das, obwohl die Bevölkerungszahl mit rund 3650 seit den 70er-Jahren nahezu unverändert ist“, fügt das Gemeindeoberhaupt hinzu. Ob nun mit Zuzug zu rechnen ist? „Es wird bestimmt einen Schub geben.“ Neben einem Zuzug aus anderen Orten rechnet der Bürgermeister vor allem auch mit Verzug bzw. Umzug innerhalb der Gemeinde.

„Zenit erreicht“

Mit den aktuellen Wohnbauprojekten sei jedenfalls der Zenit erreicht, so Kuster. „Ich kann nachvollziehen, dass die Schrunser am liebsten nur Häuser mit Satteldächern sehen würden. Doch es ist nun mal so, dass die Wohnanlagen aus Kostengründen landauf, landab mehr oder weniger gleich aussehen.“ Mit diesem Wandel umzugehen müsse man lernen. „Außerhalb des historischen Ortskerns wird es wohl keine Alternative geben, da werden wir an einer Verdichtung nicht vorbeikommen.“ Und gewissermaßen mache diese Verdichtung auch Sinn.

Überarbeitung des REK

„Wichtige Aufgabe der Zukunft wird es sein, die Zersiedelung einzudämmen.“ Diesbezüglich werde die Kommune das Regionale Entwicklungskonzept (kurz REK) überarbeiten und sich in dessen Rahmen neue Ziele setzen. Hier solle auch die Bevölkerung stark eingebunden werden.

Stichwort Zweitwohnsitze und kalte Betten: „Die vergeben wir nicht“, betont Kuster. Ihre Kontrolle könne sich mitunter jedoch schwierig gestalten.

An einer Verdichtung außerhalb des Ortskerns werden wir wohl nicht vorbeikommen.

Jürgen Kuster