Für Jobsuchende nun alle Kräfte gebündelt

Vorarlberg / 16.11.2015 • 20:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit der Fusion von drei Organisationen sollen Vielfalt und Chancen geschaffen werden.

Bregenz. (VN-mm) Im Unterland haben sich schon vor Längerem die gemeinnützigen Beschäftigungsprojekte zusammengeschlossen. Nun wurde auch im Oberland aus drei eins gemacht. Seit dem 1. Oktober ist die Fusion zwischen Aquamühle Frastanz, ABF (Arbeitsinitiative für den Bezirk Feldkirch) und ABO (Arbeit und Beschäftigung Oberland) perfekt. Die Sozialinstitutionen firmieren nun unter „Aqua Mühle Vorarlberg“. Die Kostenersparnis sei bei diesen Überlegungen nicht im Vordergrund gestanden, hieß es gestern, Montag, bei der Vorstellung der neuen Organisation. Vielmehr gehe es um die Bündelung der Angebote und darum, den Klienten auf diese Weise eine breitere Palette an Möglichkeiten zu bieten.

Gute Abstimmung ermöglichen

Im Unternehmen „Aqua Mühle Vorarlberg“ stehen 85 Vollzeitplätze für Transitarbeitskräfte zur Verfügung. Rund 300 Personen können diese jährlich nützen. Ziel ist die dauerhafte Integration auf dem regulären Arbeitsmarkt. AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini sieht vor allem bei den über 50-Jährigen einen steigenden Bedarf an solchen Arbeitsplätzen. Die gesundheitlichen Einschränkungen würden in diesem Alter zunehmen, der Schritt in die Pension aber schwieriger. Im kommenden Jahr sollen bereits über die Hälfte der Klienten dieser Gruppe angehören. Strini betonte, dass für das AMS breitere Strukturen bei gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten wichtig sind, damit die Tätigkeitspalette gut auf die einschränkenden Bedingungen der Transitarbeitskräfte abgestimmt werden kann. Zudem sei mit dem Zusammenschluss eine Empfehlung des Rechnungshofs umgesetzt worden.

Millionen für Maßnahmen

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist der Anteil an Beschäftigungsprojekten in Vorarlberg laut Anton Strini sehr hoch. Er räumte aber ein, dass bei der gegebenen Struktur der Arbeitslosen Fachkurse kaum etwas bringen. „Viele dieser Personen benötigen neben Arbeit auch eine Stabilisierung“, sagte Strini. Das Land investiert heuer rund acht Millionen Euro in Arbeitsmarktmaßnahmen. Davon entfallen 2,4 Millionen Euro auf Arbeitsprojekte. Wirtschaftsreferent und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser sprach von langwierigen Bemühungen, die Fusion zu bewerkstelligen. „Letztlich haben die Träger jedoch sozial- und beschäftigungspolitischen Weitblick bewiesen“, merkte er lobend an. Und: „Jetzt erhalten Arbeitsuchende ein umfangreiches Angebot an befristeten Dienstverhältnissen und sozialer Betreuung bzw. Begleitung aus einer Hand.“

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Aquamühle-Vorarlberg-Geschäftsführer Peter Hämmerle will die finanziellen Aufwendungen nicht auf reine Ausgaben reduziert sehen. Er verwies auf die soziale und wirtschaftliche Wertschöpfung der Angebote. „Subventionen und Erlöse fließen in Löhne von über 400 Menschen“, verdeutlichte er. Das macht jährlich rund 12,5 Millionen Euro. Mieten für Betriebsstätten und Sachkosten belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro. Für Materialeinkäufe werden rund 1,7 Millionen Euro ausgegeben.