Klimawandel kostet Österreich Milliarden

Vorarlberg / 17.11.2015 • 21:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Prof. Karl Steininger ist Gast bei der Klimakonferenz. Foto: privat
Prof. Karl Steininger ist Gast bei der Klimakonferenz. Foto: privat

Experte Karl Steininger erklärt bei der Vorarlberger Klimakonferenz die Kosten der Klimaerwärmung.

Bregenz. (VN-pes) Am kommenden Freitag dreht sich im Bregenzer Festspielhaus alles um das Klima. Von morgens bis abends widmet sich die Vorarlberger Klimakonferenz den Folgen des Klimawandels. Eine Hochwasser-überflutungssimulation, eine Klimaausstellung sowie Vorträge und Workshops zum Mitmachen sollen vor allem die Jugend ansprechen.

Das Thema Erderwärmung hat zahlreiche Aspekte, ihre Folgen, so die Botschaft der Initiatoren, betreffen die Menschheit in allen Lebensbereichen. Daher haben auch Gesundheit, Frieden und Demokratie ihren Platz bei den zahlreichen Veranstaltungen. Und auch Wirtschaft und Finanzen.

Der Grazer Volkswirtschaftsprofessor Karl Steininger wird Workshops abhalten, die sich unter anderem  um die Kosten des Nichthandelns. drehen. Die VN haben mit dem Experten, der sich in seiner Forschung sowohl mit Ökonomie als auch mit Klimaschutz beschäftigt, vorab gesprochen.

Herr Steininger, was kostet uns der Klimawandel?

Steininger: Wir wissen heute, dass der Klimawandel in Österreich zumindest ähnlich hohe Kosten verursacht, wie die jüngste Steuerreform – aber hier nur die Gegenfinanzierung, ohne Entlastung. Vier bis acht Milliarden Euro jährlich können wir heute schon beziffern.

Wodurch entstehen diese Kosten?

Steininger: Vor allem durch Naturkatastrophen und deren Schäden. Die Landwirtschaft wird betroffen sein, die Folgen reichen von Dürren bis hin bis zum Borkenkäfer in der Forstwirtschaft. Der Tourismus wird nicht gerade begünstigt, vor allem der Wintertourismus, und auch im Gesundheitssystem entstehen Kosten. Durch Hitzewellen wird es etwa vermehrt zu vorzeitigen Todesfällen kommen.

Wird uns die Landwirtschaft auch künftig ernähren können?

Steininger: In Österreich selbst werden die Folgen nicht so dramatisch, sehr wohl aber global am internationalen Markt. Natürlich kann es in einzelnen Jahren auch hierzulande zu Engpässen kommen, denn durch den Klimawandel werden extreme Wetterereignisse häufiger. Allgemein gesprochen wird es in Westösterreich feuchter, im Osten dafür trockener. In Vorarlberg werden etwa Hochwasser, Murenabgänge oder Hangrutschungen häufiger auftreten.

Wie wird das Klima in Vorarlberg in 30 Jahren aussehen?

Steininger: Wir haben jetzt bereits eine Klimaerwärmung von zwei Grad, da wird wohl noch ein Grad hinzukommen. Die Schneedecke wird gut zwei Wochen kürzer halten. Dort, wo wir heute zwei Hitzetage pro Jahr haben, das dürfte auch für Vorarlberg hinkommen, werden es wohl eher fünf sein.

Wie kann man die wirtschaftlichen Folgen abwenden?

Steininger: Da kann man ganz viel tun. Die Hälfte der Hochwasserschäden könnten wir reduzieren, wenn wir bei den Baugenehmigungen nicht streng genug sind, wenn wir zum Beispiel in den Gegenden, denen 200-jährliche Hochwasser drohen, überhaupt nicht mehr bauen würden. Die Landwirtschaft kann ihre Kulturen anpassen und damit vielleicht sogar positive Effekte erzielen. Das ist letztendlich aber alles Symptombekämpfung. Wir müssen Treibhausgase einsparen und auch andere dazu bewegen, dabei mitzumachen.

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Zur Person

Prof. Karl Steininger

Experte bei der Vorarlberger Klimakonferenz

Geboren: 1965 in Wien

Position: Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre und Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz.

Weitere Infos zur Klimakonferenz unter: www.wirsindklima.org