Falschaussage war nicht beweisbar

18.11.2015 • 21:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Wer von den Eheleuten tatsächlich das Unfall­auto lenkte, bleibt ein Rätsel.

Feldkirch. (ec) Ein Autolenker streift einen anderen, nicht viel passiert, normalerweise kein Problem. Außer man hat getrunken. Dann wäre es praktisch, wenn jemand anderer den Wagen gelenkt hätte.

Eine Konstellation, die häufig die Gerichte beschäftigt. Und nicht selten sind es Freundin oder Ehefrau, die als Lenker vorgeschoben werden. Im gegenständlichen Fall lässt sich das allerdings nicht beweisen, deshalb gibt es einen Freispruch für die beiden angeklagten Eheleute. Auch hier ging die Anklage davon aus: Gefahren ist der Ehemann, vorgeschoben hat er die Frau.

Abweichende Version

Der Besitzer des beschädigten Fahrzeuges erzählt die Geschichte folgendermaßen: „Ich saß in meinem Wagen vor der Pizzeria, da merkte ich, dass mich ein Wagen gestreift hatte. Ich fuhr ihm nach, weil er nicht anhielt. Als ich den Mann zur Rede stellte, meinte dieser, dass 200 Euro für den kleinen Kratzer zu viel seien und ging, um angeblich die Fahrzeugpapiere zu holen. Doch erneut machte er sich einfach davon.“

„Stimmt nicht“, sagt der Beschuldigte. Meine Frau ist gefahren, ich war Beifahrer und meine Tochter saß hinten drin.“ Am Abend des Vorfalls bekam der 46-Jährige noch Besuch von der Polizei. Da behauptete er, es sei überhaupt nicht mit dem Auto gefahren worden. „Ich war total besoffen, deshalb habe ich da gelogen“, gibt der Mann bei der Verhandlung am Landesgericht an.

Zweifel bleiben

Schlussendlich steht Aussage gegen Aussage. „Es gibt gute Gründe, dass die Angaben des Zeugen wahr sind“, so Richterin Angelika Prechtl-Marte. Doch beweisen kann man es nicht. Das Ehepaar blieb von Anfang an dabei, dass die Frau gefahren und der Mann nur Beifahrer gewesen sei.

Somit bleibt dem Gericht nichts anderes übrig, als das Ehepaar freizusprechen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.