Schock, Wut, Betroffenheit

18.11.2015 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Solidaritätskundgebung mit T-Shirt: VP-Klubchef Frühstück.
Solidaritätskundgebung mit
T-Shirt: VP-Klubchef Frühstück.

Blutiger Terror in Paris warf bei jüngster Sitzung des Landtags dunkle Schatten.

Bregenz. Sabine Scheffknecht (37), Landessprecherin der Neos, kleidete in Worte, was sich wohl alle 36 Volksvertreter von Volkspartei, Freiheitlichen sowie Sozialdemokraten und Grünen gedacht haben dürften: „Ich finde es falsch, in diesen Tagen ganz einfach zur Tagesordnung überzugehen.“ Und genauso falsch wäre es, das aktuelle Flüchtlingsthema mit den Ereignissen in der französischen Hauptstadt zu vermischen, betonte Scheffknecht, deren Fraktion im Rahmen der Aktuellen Stunde im Landtag das Thema Terror in Paris vorgegeben hatte.

Besonnenheit ist gefragt

Über alle Fraktionsgrenzen hinweg war man sich im Landtag einig, dass eine Vermischung mit der Thematik Flüchtlinge kontraproduktiv wäre und mitunter katastrophale Folgen haben könnte. Die Asylsuchenden aus Syrien oder dem Irak seien vor derartigen Terrorattacken in ihrer Heimat geflohen. Diese Menschen nun unter den Generalverdacht zu stellen, selbst diesen Terror zu befördern, wäre fatal, warnte Landesrat Johannes Rauch (56, Grüne) und rief zu Besonnenheit auf. Es brauche jetzt einen klaren Kopf, um die richtigen Schlüsse ziehen zu können, mahnte Klubchef Roland Frühstück (57, ÖVP).

„Hinhören und offen fragen“

Dennoch müsse alles unternommen werden, um den Terror effektiv bekämpfen zu können, fuhr Frühstück fort, der zum Zeichen der Solidarität  mit Frankreich und den Opfern in ein T-Shirt mit dem Aufdruck des Eiffelturms und der Aufschrift „No Terrorism – Kein Terrorsmus schafft es, unsere demokratischen Werte in die Luft zu sprengen“ geschlüpft war.

Für Landeshauptmann Markus Wallner (48, ÖVP) steht in dieser Frage eines fest: das Vorantreiben der Integration wird aus seiner Sicht zur absolut wichtigsten Aufgabenstellung in den bevorstehenden Jahren. Nur dann, wenn den jungen Menschen echte Perspektiven in Wirtschaft und Gesellschaft geboten werden, könne einer Radikalisierung der Nährboden entzogen werden, betonte Wallner.