Auslieferungsantrag nach Bluttat offiziell

19.11.2015 • 21:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Demnächst wird über die Auslieferung des mutmaßlichen Mörders von Frastanz entschieden.

Vaduz, Bregenz. (VN-gs) Am 5. November 2015 nahm die Liechtensteiner Polizei jenen 26-jährigen dominikanischen Verdächtigen fest, der am Morgen desselben Tages seine schwangere Ex-Lebensgefährtin in deren Haus in Frastanz aufgesucht, erwürgt und angezündet haben soll (die VN berichteten).

Wanker kein Strafverteidiger

Seitdem sitzt er im liechtensteinischen Landesgefängnis, will sich zur Tat immer noch nicht äußern und sträubt sich gegen seine Auslieferung nach Österreich. Das Ermittlungsverfahren wird allein vom Vorarlberger Landeskriminalamt geführt, die Liechtensteiner Behörden sind darin nicht involviert und führen deshalb auch keine Einvernahmen mit dem Tatverdächtigen durch. Im Rahmen des Journaldienstes hat der Liechtensteiner Rechtsanwalt Norbert Wanker das Mandat für den Mann aus der dominikanischen Republik übernommen. Doch nur vorübergehend und nicht als Strafverteidiger. „Im Falle einer Verhandlung in Vorarlberg wird wohl ein dort ansässiger Verteidiger seine Vertretung übernehmen“, sagte Wanker zu den Vorarlberger Nachrichten.

Der Liechtensteiner Advokat von der Kanzlei Jelinek & Partner ist nur für das Auslieferungsverfahren zuständig. Warum sich dies so in die Länge zieht, begründet Wanker so: „Es ist ein doppelgleisiges Verfahren. Unmittelbar nach der Tat ging zunächst ein formelles Auslieferungsbegehren der Vorarlberger Justizbehörde in Liechtenstein ein. Erst jetzt erreichte ein offizielles Auslieferungsbegehren aus dem Wiener Justizministerium auf dem Postwege die liechtensteinische Landesregierung“. Zunächst werde sich aber das fürstliche Obergericht mit dem Antrag befassen. „Letztendlich aber entscheidet die Liechtensteiner Regierung über die Auslieferung“, fügt der Rechtsanwalt hinzu.

Da der Verdächtige kein Liechtensteiner Bürger und Österreich ein ordentlicher Rechtsstaat ist, dürfte dem Begehren grundsätzlich stattgegeben werden. Wanker: „Ich gehe davon aus, dass der Häftling demnächst ausgeliefert wird.“