Land droht mit Förderungsentzug

19.11.2015 • 17:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
90 Prozent der solarthermischen Anlagen wurden zumindest als „gut“ eingestuft.
90 Prozent der solarthermischen Anlagen wurden zumindest als „gut“ eingestuft.

Expertenrunde beschließt nach Bericht über Mängel bei Solaranlagen Maßnahmen.

Bregenz. (VN-mip) Kein Geld für Solaranlagen von Wiederholungstätern. So drastisch formulierte es Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (60, ÖVP) nach einem Treffen zum Thema thermische Solaranlagen am Donnerstag nicht. Er sagte es so: „Wer wiederholt schwere Mängel produziert, dem kann temporär die Förderung entzogen werden.“ Besagte Mängel haben Rüdisser zu diesem Treffen veranlasst, die VN berichteten. Der Förderungsentzug für Anlagen von Installateuren, die mehrfach mangelhaft arbeiten, ist eine von vier Maßnahmen, die nach dem Treffen bekannt gegeben wurden.

Des Weiteren hat die Innung eine E-Mail-Adresse eingerichtet: solaranlage@wkv.at. Verunsicherte Solaranlagenbesitzer können sich melden. „Wir versprechen eine Rückmeldung innerhalb von 14 Tagen“, erklärt Innungsobmann Karl-Heinz Strele (43). Außerdem können Besitzer ihre Anlage, falls sie ab 2012 gebaut wurde, überprüfen lassen, ob zum Errichtungszeitpunkt die Förderkriterien erfüllt wurden. Falls nicht, wird es der Installateur richten.

Anlagen, die über 25 Quadratmeter groß sind, sollen zukünftig von externen Experten geprüft werden. Bei kleineren Anlagen will das Land die Anzahl der Stichproben erhöhen. Der Servicescheck soll beibehalten werden. Das ist ein Wertgutschein für eine erste Überprüfung nach einem Jahr. Dieser Scheck ist es auch, anhand dessen die Landesregierung die zuletzt erhobenen Vorwürfe überprüfte. Das Ergebnis: 70 Prozent der Schecks wurden eingelöst, heißt es aus Rüdissers Büro. Bei den Prüfungen sollen 90 Prozent der Anlagen als zumindest gut eingestuft werden.

Meistens Kleinigkeiten

Zwei, die es wissen müssen, sind Christian Geipel und Christian Längle von der Altacher Firma TGS. Das Unternehmen prüft und wartet unter anderem Heizungsanlagen, Lüftungsanlagen und eben thermische Solaranlagen. Sie können bestätigen: Die Berichte über Mängel sind richtig. Allerdings handle es sich oft um Kleinigkeiten. Zum Beispiel, dass der Fühler nicht richtig befestigt sei. Die Anlage funktioniere zwar, aber mit weniger Ertrag. Ebenfalls klassisch: eine offene Rückschlagklappe. Auch Luft in der Anlage komme immer wieder vor. Die Experten raten, die Warmwasseraufbereitung im Sommer allein über die Solaranlage laufen lassen. Bleibt das Wasser kalt, funktioniert sie nicht.

Gravierende Fehler sind den Prüfern auch schon untergekommen. Zum Beispiel, dass die Vor- und Rücklaufrohre verkehrt angeschlossen wurden. Dies komme allerdings selten vor, viele Mängel seien Kleinigkeiten.

Landesrat Rüdisser veröffentlichte am Mittwoch die Prüfungsergebnisse der Jahre 2011 bis Mitte 2015. Rund 100 Anlagen wurden im Rahmen der Qualitätssicherung geprüft. Bei zwölf Anlagen musste sofort gehandelt werden, bei 13 weiteren wurden Mängel festgestellt, die mittel- und langfristig negative Auswirkungen haben könnten. 38 Anlagen hatten leichte Mängel. Förderungen seien nach Behebung der Mängel ausgezahlt worden.