Autonome Autos, der „Tunnelkrake“ und ein dritter Schienenstrang

Vorarlberg / 20.11.2015 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dietmayer, Landesstatthalter Rüdisser, VN-CR Riedmann und VCÖ-Sprecher Hagen diskutierten über Verkehrslösungen der Zukunft. Hofmeister
Dietmayer, Landesstatthalter Rüdisser, VN-CR Riedmann und VCÖ-Sprecher Hagen diskutierten über Verkehrslösungen der Zukunft. Hofmeister

„Verkehr der Zukunft“ im Fokus eines VN-Klimaschutzpreis-Abends.

Bregenz. (VN-gms) Der Verkehr in Vorarlberg spielt bei den Bestrebungen zur Energieautonomie 2050 eine zentrale Rolle. Im Rahmen des VN-Klimaschutzpreises lohnt es sich deshalb, auch auf die technologischen Entwicklungen in der Branche zu schauen. Im Fokus einer Podiumsdiskussion mit Impulsreferat stand im Sitzungssaal der VKW in Bregenz das automatisierte Fahren. Zudem wurde die Verkehrsplanung im Land diskutiert.

Den Anfang machte Professor Klaus Dietmayer, der zum Forschungsstand in Sachen autonomes Fahren referierte. Der Experte gewährte dem Publikum, darunter Gastgeber VKW-Vorstand Christof Germann, einen Blick auf die neueste technische Entwicklung. Aktuell, so Dietmayer, erfolgt der Schritt von „assistiert“ (das Auto korrigiert Fehler des Fahrers) zu teilautomatisiert (Auto fährt und Fahrer überwacht). Weitere Schritte würden bedeuten, dass der Fahrer nicht mehr ständig das Auto überwacht: Das ist aufgrund der „Wiener Konvention“ noch verboten.

Dietmayer betreibt im Ulmer Stadtverkehr zwei automatische Fahrzeuge auf einer Teststrecke. Bei guten Verhältnissen funktioniert das bereits ausgezeichnet, bei ungünstigen Bedingungen kann das Fahrzeug aber oft Situationen nicht richtig erkennen und bleibt stehen. Bis diese Probleme gelöst werden, wird noch einige Zeit vergehen. In zehn bis 20 Jahren könnte es aber mit dem autonomen Fahren so weit sein, so der Experte.

Vorarlberger Verkehr

Im Anschluss diskutierte Dietmayer mit Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, VCÖ-Sprecher Manfred Hagen und VN-Chefredakteur Gerold Riedmann über die Zukunft des Verkehrs in Vorarlberg. Rüdisser betonte, dass an neuralgischen Punkten der Verkehr immer noch zunehme. Projekte wie etwa der Stadttunnel in Feldkirch seien deshalb notwendig. „Die zweite Röhre im Pfändertunnel ist ein Segen für Bregenz“, verwies der Politiker auf ein Beispiel, was Baumaßnahmen bewegen können. Der Fokus des Landes liege aber auf dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs (ÖV). Rüdisser kündige weiteres Engagement im Bereich Kapazitäten beim ÖV und Carsharing an. In Zukunft werde auch ein dritter ÖBB-Schienenstrang diskutiert werden müssen.

VCÖ-Sprecher Hagen gestand dem Land zu, dass man durchaus gute Arbeit leiste. Aber er übte auch Kritik. So wäre in Feldkirch um dasselbe Geld wie der Stadttunnel („Ich nenne ihn den Tunnelkraken“) auch der Bau einer Straßenbahn möglich, die im Auswahlverfahren gleich gut beurteilt worden sei. Er bezweifelt aber, dass der Stadttunnel und auch die Variante Z überhaupt kommen werden. Die Projekte seien nämlich nicht finanzierbar. Einen dritten Schienenstrang im Land würde er begrüßen: Das müsse dann aber die Ringstraßenbahn sein.