„Das Einkommen muss auch die Existenz sichern“

20.11.2015 • 19:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Landesfrauenreferentinnen fordern vom Bund Maßnahmen gegen die Armut ein. 

Bregenz. (VN-mm) Die Forderung nach einem existenzsichernden Einkommen für Frauen dominierte die Landesfrauenreferentinnen-Konferenz in Wien. Verabschiedet wurde ein Appell an den Bund, weitere Maßnahmen in diese Richtung zu setzen. „Die internationale Armutsforschung zeigt, dass die Frage existenzsichernder Einkommen nicht nur den Erwerbslebenslauf der Erwachsenen, sondern auch die zukünftigen Bildungs- und Erwerbskarrieren der Kinder beeinflusst“, sagt Frauenlandesrätin Katharina Wiesflecker. Vor allem durch Krisen wie Trennung, Scheidung oder Tod von Angehörigen sollte die eigene Existenzsicherung nicht gefährdet werden. Auch für eine vollwertige Teilhabe am politischen und sozialen Leben sei ein existenzsicherndes Einkommen die Grundvoraussetzung.

Deutliche Ungleichheiten

Die Landesrätin verwies in diesem Zusammenhang auf die immer noch großen Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. „Bei den Pensionistinnen und Pensionisten werden die Ungleichheiten noch deutlicher. Hier schlägt nicht nur die Ungleichheit der Lohnstruktur zu Buche, sondern auch die unterschiedliche Erwerbsintensität im Lebenslauf.“

Auch von der Erwerbsarmut, dem „working poor“, sind Frauen besonders betroffen. Die Gründe sind geringe Wochenarbeitszeit, niedriger Lohn, Bildungsniveau sowie unregelmäßige und ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse. Dies betreffe in erster Linie gerade nichterwerbstätige Mütter, Alleinerzieherinnen, Teilzeitbeschäftigte und Frauen mit Migrationshintergrund. „Hier müssen und werden wir den Hebel verstärkt ansetzen“, betonte Wiesflecker.

Konkret geht es um eine gerechtere Aufteilung der Care-Arbeit zwischen Männern und Frauen, mehr Frauen in Teilzeit auch in Führungspositionen, arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Erhöhung der niedrigen Erwerbsquote von Frauen mit Migrationshintergrund sowie Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensunterschiede bei den Pensionen.