Das Klima und darüber hinaus

Vorarlberg / 20.11.2015 • 20:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schüler der HTL Dornbirn klären in einem Sketch über Nitratwerte in heimischen Lebensmitteln auf. Foto: VN/Paulitsch
Schüler der HTL Dornbirn klären in einem Sketch über Nitratwerte in heimischen Lebensmitteln auf. Foto: VN/Paulitsch

Vorarlberger Klimakonferenz schlägt den Bogen vom persönlichen zum globalen Kontext.

Bregenz.  Sandsack-Barrieren, ein Holzsteg und passend dazu prasselnder Regen. Wer aus Richtung Seepromenade zur Vorarlberger Klimakonferenz ins Festspielhaus kam, der wurde von einer Überschwemmungssimulation, installiert von der Feuerwehr, empfangen. Der zum Hochwassergebiet gewordene Brunnen vor dem Gebäude sollte freilich auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen, und zwar vor allem die Jugend. Zahlreiche Schulklassen kamen am Vormittag zu der ganztägigen Konferenz, die mit Vorträgen, Workshops und einer Klimaausstellung das Bewusstsein für den Klimawandel schaffen sollte.

Arme Länder leiden

Bewusstsein vor allem deswegen, weil die Folgen des Klimawandels in Österreich verhältnismäßig schwach zu spüren sind. Wie es anderswo in der Welt aussieht, darüber erzählten internationale Klimabotschafter. Domingos aus Mosambik berichtete von Klimaveränderungen in seinem Heimatland. „Regenfälle, Dürren und Stürme schädigen die Landwirtschaft, von der 80 Prozent meiner Landsleute leben“, erklärte er. Palash aus Bangladesh plädierte für eine deutliche Emissionsreduktion, denn „diejenigen, die den Klimawandel am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten darunter“.

„Ich habe Menschen gesehen, die wegen unseres Lebensstils fast nichts mehr haben“, berichtete Georg Künz vom Klimabündnis von seinen Erfahrungen in Kolumbien und fügte an: „Wir haben nur eine Welt.“

Breites Themenfeld

Dr. Bernhard Schlosser, der als Vertreter der Ärztekammer sprach, abstrahierte: „Wir haben nur einen Körper.“ Wie Lebensstil, Konsumverhalten und Gesundheit mit Klimaschutz in Zusammenhang stehen, das erarbeiteten sich die Konferenzteilnehmer in gleich mehreren Workshops.

Mit Tanja Pitter von der Landesregierung erarbeiteten die Schüler, welche Klimabilanz einzelne Lebensmittel, von Nutella bis zur Mango, haben. Red Bull, obwohl vielleicht in Vorarlberg mit heimischem Wasser abgefüllt, wird in Alu-Dosen verkauft. „Die sind aufwendig herzustellen und nur 22 Prozent davon werden weltweit recycelt“, erläuterte Pitter. Also unterm Strich eine schlechte Bilanz.

Im Workshop „Ethify yourself“ diskutierte Hochschullehrer Roland Alton mit Schülern über eine überkonfessionelle Wertebasis. „Wir müssen über die Werte reden, die uns wichtig sind“, sagte er.

Um das Thema Frieden ging es um 11 Uhr, wenige Meter vom Festspielhaus entfernt, wo sich Vorarlberger Vertreter der Weltreligionen und die Initiatoren der Klimakonferenz einfanden, um mit einem Friedenspfahl ein Zeichen der Verständigung zu setzen.