SOS-Kinderdorf schafft Platz für junge Asylwerber

20.11.2015 • 19:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das „Boat of Hope“ ankerte Ende September in Dornbirn und ist mittlerweile am Zielhafen in Wien eingelangt. Foto: VN/HARTINGER
Das „Boat of Hope“ ankerte Ende September in Dornbirn und ist mittlerweile am Zielhafen in Wien eingelangt. Foto: VN/HARTINGER

Tag der Kinderrechte: Minderjährige Flüchtlinge bekommen Zuhause mit Betreuung.

DORNBIRN, WIEN. (VN-hrj) Den „Tag der Kinderrechte“ am Freitag hat die Organisation SOS-Kinderdorf zum Anlass genommen, um einmal mehr mit ihrer Aktion „SOS Boat of Hope“ auf die Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) aufmerksam zu machen. Dabei handelt es sich um ein fünf Meter langes Holzboot, das von jungen Flüchtlingen gebaut und von Kindern bemalt wurde.

Im Sommer trat das „SOS Boat of Hope“ seine Reise durch Österreich an und schippert seither durch die Bundesländer. An Bord ist ein für jeden „Hafen“ zugeschnittenes buntes Rahmenprogramm, mitgestaltet von Kindern für Kinder.

Gebaut worden und losgefahren ist das „SOS Boat of Hope“ in Innsbruck. Von dort tuckerte es nach Vorarlberg, wo es vom 28. September bis 5. Oktober auf dem Rathausplatz in Dornbirn ankerte.

Am vergangenen Mittwoch hat es seinen Zielhafen – das Wiener Museumsquartier – erreicht. Dort stand es bis Freitag, dem Tag der Kinderrechte. SOS-Kinderdorf-Geschäftsleiter Clemens Klingan bechreibt das „SOS Boat of Hope“ als ein „sichtbares Zeichen für die Millionen Kinder und Jugendliche auf der Flucht – und dafür, dass uns ihr Schicksal nicht egal ist“.

Für SOS-Kinderdorf Vorarlberg bleibt es nicht bei der „SOS Boat of Hope“-Aktion. Die Organisation setzt sich zudem für die Kinderrechte im Rahmen der Flüchtlingshilfe ein. Wie in anderen Bundesländern „werden wir auch in Vorarlberg für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aktiv“, informiert Viktor Trager vom SOS-Kinderdorf. „Wir haben schon konkrete neue Projekte gestartet.“ In Vorarlberg werde das SOS-Kinderdorf in Absprache mit dem Land vorerst 16 neue Plätze im Rahmen von betreutem Wohnen schaffen.

„Wir mieten Wohnungen an, in denen ein bis zwei Jugendliche untergebracht werden“, erklärt SOS-Kinderdorf-Vorarlberg-Leiter Gerd Konklewski. „Die ersten Jugendlichen ziehen Anfang Dezember ein. Wir begleiten sie bei Integration, Alltagsbewältigung, beim Erlernen der deutschen Sprache – auch der englischen – sowie bei der Entwicklung beruflicher Perspektiven. Das geht bis zum Erwerb der Kenntnisse der Verkehrsregeln in unserem Land.“

Seit der Schließung des SOS-Kinderdorfs in Dornbirn Anfang des Jahres hat sich SOS Kinderdorf vom Angebot der Betreuung in Kinderdorffamilien zurückgezogen. Jetzt konzentriert man sich verstärkt auf den Jugendbereich, in dem SOS-Kinderdorf viel Erfahrung hat, und der Bedarf wächst. Die seit den 1980er- Jahren bestehenden zwei Jugendwohngemeinschaften in Bregenz und Dornbirn mit je elf Plätzen wurden zwischenzeitlich um Angebote für betreutes Wohnen in ganz Vorarlberg erweitert.

Beratung für junge Menschen

Außerdem leistet SOS-Kinderdorf mit der Übernahme der österreichweiten Notrufnummer „147 Rat auf Draht“ einen bedeutenden Beitrag im Bereich Beratung und Prävention für junge Menschen und Familien in persönlichen oder familiären Problemsituationen.

Wir begleiten sie bei Integration und Alltagsbe­wältigung.

Gerd Konklewski