Zum Gedenken

20.11.2015 • 17:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Alfred Salzgeber

Schruns. Im Oktober wurde der in Schruns und auch darüber hinaus bekannte Ahnenforscher Alfred Salzgeber auf dem Schrunser Friedhof beigesetzt. Er war ein Mensch, für den die Heimat und deren Geschichte, aber auch die Menschen, ein ganz besonderes Anliegen waren.

1923 erblickte er in Gantschier bei Schruns das Licht der Welt, oder wie er selbst in seiner Lebenschronik sagte, „zum ersten Mal den Montafonerhimmel“. Nach mehreren Ortswechseln in seiner Kindheit und kriegsbedingten Zeiten in teils weiter Ferne spannte sich dieser Montafonerhimmel die meiste Zeit seines Lebens über ihm – wenn er ihn auch nicht mehr sehen konnte. Hatte er doch im Krieg durch Verwundung sein Augenlicht verloren.

Dieser Schicksalsschlag lastete schwer auf seinen Schultern, und es dauerte eine gewisse Zeit, bis er erneut den notwendigen Lebensmut schöpfen konnte, um mit seiner Behinderung umgehen und auch einen beruflichen Anfang als Kaufmann wagen zu können. Eine große Hilfe war ihm dabei sicher seine Gattin Elisabeth. So kam es zur Erbauung eines Eigenheimes für die Familie auf der Kaiserlinde und zum Bau einer Tabak-Trafik am Bahnhof, die er bis zu seiner Pensionierung 1973 betrieb.

Ahnenforschung

Nun widmete sich Alfred Salzgeber ganz seinem Steckenpferd, der Erforschung seiner Ahnengeschlechter und deren Heimat, die ihn auch bis zu den Walsern ins Wallis führte.

Dank seines großen geschichtlichen Wissens und der Mitarbeit vieler Gleichgesinnter entstanden in mühevoller und akribischer Kleinarbeit, zu der ihm seine Schreibmaschine für Blinde diente, die drei Bände seiner „Salzgeber Chronik“ („Unsere Walliser Ahnen“, „Salz – das weiße Gold“, „Montafon“) – ein Meisterwerk der Ahnenforschung!

Alfred Salzgeber blieb noch bis zuletzt ein wacher Geist. Möge sein Werk weiterhin geschätzt und erhalten bleiben!