Tierquälerei-Anzeige gegen den Dornbirner Schlachthof

Vorarlberg / 22.11.2015 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Schlachthofmitarbeiter soll Rinder mit dem Elektroschocker treiben, lautet einer der Vorwürfe. Foto: W&W/VGT
Ein Schlachthofmitarbeiter soll Rinder mit dem Elektroschocker treiben, lautet einer der Vorwürfe. Foto: W&W/VGT

Verein gegen Tierfabriken belegt Anzeige bei der BH mit Videomaterial aus dem Betrieb.

Dornbirn. Der Stadt Dornbirn droht ein Tierquälereiskandal. Wie „Wann&Wo“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat der Verein gegen Tierfabriken (VGT) gegen den Dornbirner Schlachthof Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erstattet. Dem Verein liegt Videomaterial vor, das den ungerechtfertigten Einsatz von Elektroschockern und Betäubungszangen gegen Schweine, Rinder und Schafe zeigen soll. Mittlerweile haben sich auch SPÖ, Grüne und Neos zu Wort gemeldet. Sie fordern Konsequenzen bis hin zum Rücktritt des zuständigen Stadtrats Josef Moosbrugger. Der Schlachthof Dornbirn ist im Besitz der Stadt.

3000 Stunden Videomaterial aus österreichischen Schlachthöfen sind laut dem Bericht dem VGT aus anonymer Quelle zugespielt worden. Insgesamt 17 Schlachthöfe zeigte der Verein nach deren Sichtung an – darunter auch den Betrieb in Dornbirn.

„Die Szenen in Dornbirn belegen unsachgemäßen Gebrauch von Elektroschockern. Teilweise wurden Tiere auch ungerechtfertigt mit Elektrotreibern oder Zangen malträtiert“, sagte David Richter vom Verein gegen Tierfabriken.

Elektroschocker und Zangen

Landesveterinär Norbert Greber gab auf Anfrage von Wann&Wo keine Stellungnahme ab und verwies auf das laufende Verfahren. Ähnliches sagte Ralf Hämmerle, Sprecher der Stadt Dornbirn. Die BH habe die Stadt bisher nicht über die Anzeige informiert, deswegen und wegen des laufenden Verfahrens könne auch er nichts sagen. Hämmerle fügt jedoch an: „Der Tierschutzbeauftragte im Schlachthof hat mitgeteilt, dass ihm keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bekannt sind. Generell ist festzustellen, dass das Thema Tierschutz im Dornbirner Schlachthof sehr ernst genommen wird.“ Tierschutzombudsmann Pius Fink fordert eine minutiöse Prüfung der Vorwürfe.

Konsequenzen gefordert

Indes verlangen Neos, Grüne und SPÖ Konsequenzen. „Ich bin schockiert, dass hier einfach weggeschaut und dadurch unnötiges Tierleid in Kauf genommen wird“, kritisiert Martina Pointner, Tierschutzsprecherin der Neos. „Josef Moosbrugger hat als zuständiger Stadtrat offenbar auf ganzer Linie versagt und wir fordern daher mit Nachdruck seinen Rücktritt“, erklärt die Landtagsabgeordnete.

Volle Aufklärung fordert Grünen-Tierschutzsprecherin Nina Tomaselli. Zusammen mit Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra schreibt auch sie Moosbruger Verantwortung zu, beide fordern den ÖVP-Politiker auf, „die Konsequenzen zu ziehen“.

SPÖ-Tierschutzsprecherin Gabriele Sprickler-Falschlunger bezeichnet die Szenen in dem Video als Armutszeugnis für ein Land, das Tierschutzland Nr. 1 in Österreich werden will. Sie fordert Landesrat Erich Schwärzler auf, aktiv zu werden. 

Sowohl Josef Moosbrugger als auch Landesrat Erich Schwärzler waren am Sonntag für Stellungnahmen nicht erreichbar.