Versuchsbrunnen am Rhein getestet

Vorarlberg / 23.11.2015 • 18:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Rheinvorland wird derzeit gebohrt. Foto: Rhesi
Im Rheinvorland wird derzeit gebohrt. Foto: Rhesi

Auf der Suche nach neuen Trinkwasserentnahmestellen wird im Vorland gebohrt.

Lustenau, au. (VN-hk) Sie ist eine der größten Herausforderungen für die Projektplaner und hat schon zu veritablen Auseinandersetzungen geführt: die Gewährleistung einer sicheren Trinkwasserversorgung im Rheinumland; und zwar dann, wenn das Flussbett im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutzprojekt Rhesi (Rhein, Erholung, Sicherheit) erweitert wird.

Besonders im Fokus steht diesbezüglich die Engstelle des Flusses bei Au–Lustenau. Die derzeit in Betrieb befindlichen Brunnen müssen auf eine der beiden Seiten verlegt werden. Jetzt werden an verschiedensten Stellen Kernbohrungen für zusätzliche Grundwassermesspegel durchgeführt und neue Versuchsbrunnen errichtet.

Genug Trinkwasser

Anspruch der Rhesi-Projektplaner: Sowohl während der Bauzeit als auch nach Abschluss der Bauarbeiten soll qualitativ einwandfreies Trinkwasser für das Rheintal in ausreichender Menge aus dem Grundwasser entnommen werden können. Die Planerteams erstellen zu diesem Zweck mit den Trinkwasserwerken und den Anrainergemeinden eine Bestandsanalyse. Darauf aufbauend werden Maßnahmen zur Sicherung bestehender Brunnenstandorte entwickelt sowie mögliche Ersatzstandorte für Trinkwasserbrunnen hydrogeologisch untersucht.

Zwei Arbeitspakete

Das Erkundungsprojekt gelangt in zwei Arbeitspaketen über den kommenden Winter zur Umsetzung. Im Abschnitt Au-Oberfahr bis St. Margrethen umfasst das Projekt zehn Kernbohrungen mit Pegelausbau sowie den Bau von bis zu vier Versuchsbrunnen. Im Abschnitt Lustenau Süd sind vier bis sechs Versuchsbrunnen und die Abteufung (Errichtung von Schächten) von circa 20 Kernbohrungen mit Pegelausbau vorgesehen.

In den Versuchsbrunnen werden Leistungspump- und Markierungsversuche durchgeführt. Zudem werden Wasserstände, Wassertemperaturen und die elektrische Leitfähigkeit in den Oberflächengewässern und im Grundwasserfeld über einen gewissen Zeitraum intensiv beobachtet.

Im Rheinvorland wird derzeit gebohrt. Foto: Rhesi
Im Rheinvorland wird derzeit gebohrt. Foto: Rhesi

Rhesi-Maßnahmen

Schweizer Seite:

» Zehn Kernbohrungen mit Pegel­ausbau

» Errichtung von bis zu vier Versuchsbrunnen mit zusätzlichen Grundwasserpegeln im Gebiet Oberfahr

» Durchführung von Pump- und Markierversuchen

Österreichische Seite

» 20 Kernbohrungen mit Pegelausbau

» Errichtung von bis zu sechs Versuchsbrunnen im Rheinvorland

» Durchführung von Pump- und Markierversuchen