Vorarlberg ist kein Aschenbecher

Vorarlberg / 23.11.2015 • 18:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Desiré, David und Aaron von der Volksschule Lochau finden Zigarettenstummel einfach nur eklig.  Foto: VN/ger
Desiré, David und Aaron von der Volksschule Lochau finden Zigarettenstummel einfach nur eklig. Foto: VN/ger

Der Umweltverband sagt den Zigarettenstummeln den Kampf an. 

Dornbirn. (VN-ger) „Warum hauen die Leute die Tschicks bei den Bushaltestellen auf den Boden, auch wenn direkt davor ein Aschenbecher steht“, fragt sich der Bregenzer Straßenkehrer Dietmar, der seit dieser Woche auf Plakaten im Stadtgebiet Gesicht zeigt. Im Rahmen der Kampagne „I luag uf di“ verraten Mitarbeiter des Bauhofs und der Stadtgärtnerei, was sie machen, was ihnen an ihrer Arbeit gefällt, und was dabei mitunter mühsam ist.

„Tschicks“ stehen in den nächsten Monaten auch beim Vorarlberger Umweltverband im Zentrum der Bewusstseinsbildung. Denn die achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel verschandeln nicht nur das Ortsbild und die Natur, betont Harald Feldmann vom Amt der Vorarlberger Landesregierung. Über sie geraten auch zahlreiche schädliche Chemikalien in das Wasser und den Boden. „Teer, Nikotin, Benzol, Formaldehyd, Blausäure, Arsen sind da unter anderem dabei – man kann sich vorstellen, dass dieser Cocktail nicht viel Gutes tut, wenn er in die Umwelt gelangt“, veranschaulicht Feldmann. Auch der Zigarettenfilter sei bei Weitem kein harmloses Stückchen Baumwolle. „Er besteht aus dem Kunststoff Celluloseacetat und braucht zwischen fünf und zwölf Jahren, bis er zerfällt.“

13 Milliarden

Nicht zuletzt geht das Zusammensammeln und Entsorgen der „Kippen“ ordentlich ins Geld. „Wenn man bedenkt, wie viel sich einsparen ließe, wenn jeder seinen Abfall gleich richtig entsorgt, und was man mit dem gesparten Geld alles anfangen könnte, stimmt das schon nachdenklich“, meint Rainer Siegele, Bürgermeister von Mäder und Obmann des Umweltverbandes.

Betrachtet man die Stückzahl, sind Zigarettenstummel der am häufigsten weggeworfene Gegenstand. In Rankweil etwa hat eine Schulklasse innerhalb kürzester Zeit in einer Freizeitanlage 700 Zigarettenstummel aufgesammelt. Auch die Schüler der VS Lochau haben den gelbbraunen Papierröllchen bereits den Kampf angesagt. „Es war richtig ekelhaft“, sind sich die Viertklässler Desiré, Aaron und David einig. Statistiken zufolge werden jährlich rund 13 Milliarden Zigaretten nach Österreich importiert. „Das bedeutet, dass jeder Österreicher über 1000 Zigaretten pro Jahr raucht“, rechnet Harald Feldmann vor.

Der Umweltverband stellt den Gemeinden im Rahmen der Aktion unter anderem Sammelbehälter, Taschen­aschenbecher und Plakate zur Verfügung.

Was man mit dem gesparten Geld alles anfangen könnte . . .

Rainer Siegele