Nicht schlecht, Herr Buntspecht

24.11.2015 • 17:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit seinem Schnabel kann der Buntspecht bis zu 20 Mal pro Sekunde auch auf härtestes Holz einhämmern.

Mit seinem Schnabel kann der Buntspecht bis zu 20 Mal pro Sekunde auch auf härtestes Holz einhämmern.

Der Specht wird auch Zimmermann des Waldes genannt. 

Schwarzach. „Tock-tock-tock“: Die schwarz-weiß-roten Buntspechte verraten sich bereits von Weitem durch ihr Klopfen und Trommeln. Mit dem Trommeln markiert der männliche Buntspecht laut und deutlich sein Revier und versucht, die Damenwelt von sich zu überzeugen. Auch die Weibchen machen mit einen Trommelwirbel auf sich aufmerksam, wenn sie in das Revier eines Männchens kommen. Hört man einen Specht im Wald, kann das aber auch andere Gründe haben.

Meißelschnabel

Der Buntspecht wird nicht umsonst der Zimmermann des Waldes genannt. Sein wichtigstes Werkzeug ist der kräftige Meißelschnabel. Den benutzt er, um Käfer und Larven aus der Rinde zu picken oder um eine Nuss zu knacken. Vor allem aber hämmert der Buntspecht damit Höhlen in Stämme und dicke Äste. Buntspechte bauen sich übrigens jedes Jahr eine neue Wohnung. Die alte wird anschließend von anderen Vogelarten und sogar von Hummeln und Siebenschläfern als Nistplatz benutzt.

Presslufthammer

Der Schnabel des Buntspechts funktioniert wie ein „Presslufthammer“. Unermüdlich hämmert er damit bis zu 20 Mal pro Sekunde auch auf das härteste Holz ein. Kopfschmerzen oder eine Gehirnerschütterung bekommt er davon zum Glück nicht. Der Schnabel und Hirnschädel sind nämlich durch schwammiges Knochengewebe miteinander verbunden, das wie eine Art Stoßdämpfer wirkt. Außerdem ist die Knochenhülle des Gehirns fester und dicker als bei anderen Vögeln.

Der Buntspecht ist mit seinen 23 Zentimetern in etwa so groß wie eine Amsel. Er hat spitze, gebogene Krallen an seinen Kletterfüßen. Zwei Krallen zeigen dabei nach vorne und zwei nach hinten. Damit sich die Buntspechte gut am Baumstamm festhalten können, haben sie kräftige Muskeln, die die Schwanzfeder kontrollieren. Damit das Holzmehl beim Hämmern nicht in die Nase gerät, sind die Nasenlöcher des Buntspechts mit feinen Federn überwachsen.