Von Bauern und Präsidenten

Vorarlberg / 18.12.2015 • 19:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wird als neuer WK-Präsident gehandelt: Karlheinz Kopf. Lerch
Wird als neuer WK-Präsident gehandelt: Karlheinz Kopf. Lerch

Optimist. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (46, VP) hat es trotz monatelanger Verhandlungen nicht geschafft, einen privaten Betreiber für den schwer defizitären Dornbirner Schlachthof zu finden. Die Stadt zieht sich deshalb definitiv am 31. Dezember 2016 aus dem Geschäft zurück. Ihr Parteifreund, Stadtrat Josef Moosbrugger (49), seines Zeichens Präsident der Landwirtschaftskammer, weiß offenbar mehr als seine Chefin. Der oberste Bauer des Landes deutet an, dass er potente Interessenten kenne, die einsteigen würden. Wer das ist, bleibt vorerst sein Geheimnis. Obwohl keine(r) seinen Optimismus teilt, ist es ihm gelungen, der Stadtvertretung die Zustimmung für eine zeitlich begrenzte Weiterführung des Schlachthofes abzuringen. Moosbrugger glaubt nämlich einen Betreiber zu kennen, der auf eigenes Risiko das Schlachtgeschäft weiterführt.

Frohlocken. Dafür, dass die Wiener VP aufgrund ihres Gemeinderats-Wahlergebnisses von gerade einmal 9,24 Prozent „bald nur noch mit der Lupe erkennbar ist“, wie LH Markus Wallner (48, VP) festgestellt hat, tritt sie ganz schön selbstbewusst auf: „Das Gymnasium bleibt erhalten!“, frohlockt die Partei auf Plakaten, auf denen der designierte Obmann Gernot Blümel (33, VP) zu sehen ist. Hintergrund: Die rot-schwarze Bildungsreform schließt eine flächendeckende Modellregion zur Gemeinsamen Schule, wie sie auch das schwarz-grüne Vorarlberg einführen möchte, aus. Und das ist gut so, wie Wallners Parteifreund Blümel meint: Die Wahlfreiheit der Eltern müsse gewährleistet bleiben – „sie wissen am besten, wie die Talente und Begabungen der Kinder am besten gefördert werden“.

Erbfolge. Gerüchte streuen zu können, zählt bei Parteifunktionären quasi zum politischen Alltag. Und davon ist naturgemäß keine Partei ausgenommen. Derzeit ist in der Volkspartei von LH Markus Wallner (48) die Rede von „einer bald ins Haus stehenden Personalentscheidung in der Feldkircher Wirtschaftskammer“. Demnach soll der Altacher Karlheinz Kopf (58), welcher derzeit die Funktion des Zweiten Präsidenten im Nationalrat ausübt und als Geschäftsführender Gesellschafter bei Sportbau Walser fungiert, Manfred Rein (67) als Präsident beerben. Ein Zeitpunkt für die Übernahme stehe jedoch (noch) nicht fest. Tourismus-Spartenobmann und Betreiber des Hotels Schiff in Hittisau, Hans-Peter Metzler (50), der ebenso wie Prisma-Vorstand Bernhard Ölz (50) bereits als Nachfolger Reins gehandelt wurden, hätten „längst abgewunken“, heißt es im Landhaus.

Rote Geltung. Da durfte sich der Emser Abgeordnete Arnulf Häfele (69, SP) nur kurz freuen. In der Rathaussitzung erwähnte er voller Stolz, seine Stimme entscheide, ob das von VP-Bürgermeister Richard Amann (59) vorgeschlagene Budget angenommen wird oder nicht. Als sich jedoch die VP doch noch mit der FP von Dieter Egger (46) einigte, war die Freude über die sozialdemokratische Relevanz wieder vorbei.

Zitate der Woche

Ich habe Verständnis für die geplanten Wolfabschüsse in der Ostschweiz.

Hubert Schatz,
Wildbiologe des Landes

Wir diskutieren heute im Landtag 14 Stunden lang über Zahlen, die ohnehin längst einbetoniert sind.

Michael Ritsch, SP, Klubchef

Herr Egger, Sie sind nicht als Schnellzug im Entschuldigen bekannt. Bei Hanno Loewy haben Sie sechs Jahre gebraucht.

Nina Tomaselli, Grüne,
Abgeordnete

Ich finde es immer noch besser, jemand reagiert sich im Internet ab, als er zündet ein Asylwerberheim an.

Irmgard Griss,
Präsidentschaftskandidatin