Am Futterhäuschen ist ein Spatz der große Star

Vorarlberg / 29.12.2015 • 19:37 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
Stieglitz: Für ein paar schöne Samen macht der Stieglitz fast alles. Alte Gärten, Friedhöfe, Parks und nicht allzu sehr aufgeräumte Naturgelände sind seine Refugien. Dort lässt sich der bunt gefärbte Schönling auch gerne am Futterhaus sehen.

Stieglitz: Für ein paar schöne Samen macht der Stieglitz fast alles. Alte Gärten, Friedhöfe, Parks und nicht allzu sehr aufgeräumte Naturgelände sind seine Refugien. Dort lässt sich der bunt gefärbte Schönling auch gerne am Futterhaus sehen.

Wie es im kommenden Jahr aussieht, wird die Wintervogelzählung im Jänner zeigen. 

dornbirn. (VN-mm) Vom 6. bis 9. Jänner schlägt einmal mehr die Stunde der Wintervögel. Die Bevölkerung ist wieder aufgerufen, Wintervögel, die im Garten, im Park oder am Fenster auftauchen, zu zählen. Mit dieser Bestandsaufnahme können über die Jahre zahlreiche Fragen zum Verhalten der Wintervögel beantwortet werden. So wurde unter anderem festgestellt, dass beispielsweise die Stare, die im Winter eigentlich

wegziehen, sich vermehrt in den Gärten am Futterhaus einfinden. Eine Erklärung dafür könnten laut der Vogelschutzorganisation BirdLife die milden Winter der vergangenen Jahre sein.

Mehr Vögel in Gärten

Die  „Stunde der Wintervögel“ wird von BirdLife bereits zum siebten Mal organisiert. Zeitgleich wird auch in Deutschland und der Schweiz gezählt. In Österreich haben im vergangenen Jahr mehr als 8583 Personen an die 238.102 Vögel registriert. Seit der ersten Zählung am 6. Jänner 2010 hält sich die Kohlmeise auf dem ersten Platz. Haussperling und Feldsperling teilen sich Platz zwei und drei. In Vorarlberg liegt der Haussperling, besser bekannt als Spatz, voran.

Im westlichsten Bundesland haben im Jänner dieses Jahres 261 Personen an der Wintervogelzählung teilgenommen. „Das waren um gut einhundert mehr als im Vorjahr“, freut sich der Landesobmann von BirdLife, Hubert Salzgeber. Insgesamt wurden an den heimischen Futterhäuschen 8464 Vögel gezählt, was immerhin 32 Piepmätzen pro Garten entspricht. Vor allem jedoch sind es deutlich mehr als noch 2014. Damals bevölkerten durchschnittlich nur 26 Vögel die Gärten. Ein weiterer vielsagender Vergleich: Im Jänner 2013 wurden noch

35

Vögel

pro

Gar-

ten

ge

zählt.

Als Gründe für den Rückgang

nennt Hubert Salzgeber die kalte und verregnete

Brutsaison

im Mai und Juni 2013 und der daraus resultierende geringe Bruterfolg.

Dazu kam noch, dass im Jänner 2014 bis in eine Höhe von etwa 1000 Metern kaum Schnee lag, weshalb die Vögel aus den Bergen und Wäldern weniger in die Siedlungen herunterkamen. „Auch die Wintergäste aus dem Norden blieben zu der Zeit aus“, fügt der Experte noch erklärend an.

Schwierige Brutsaison

Unter den in diesem Jänner gezählten 8464 Vögeln tummelten sich 654 Bergfinken, im Jahr davor waren es nur 116. „Diese Vögel stammen aus Skandinavien. Wenn man diese nordischen Wintergäste ausklammert, wären es heuer pro Garten durchschnittlich nur 30 Vögel gewesen“, sagt Salzgeber. Daraus lasse sich ableiten, dass die heimische Vogelwelt die schlechte Brutsaison 2013 noch nicht wieder aufgeholt habe. Der häufigste Vogel bei der Zählung in Vorarlberg war, wie erwähnt, der Haussperling (Spatz), gefolgt von Kohlmeise, Buchfink, Amsel und Bergfink.

Und jetzt darf wieder gezählt werden. „Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen“, hofft Hubert Salzgeber auf reges Interesse. Mit nur einer Stunde Vogelbeobachtung an einem der vier Tage kann jeder, der die Amsel von der Kohlmeise unterscheiden kann, zur Erforschung der Wintervögel und damit auch zu ihrem Schutz beigetragen. „Die gefiederten Wintergäste am Futterhaus sind für die meisten Menschen Sympathieträger, relativ leicht bestimmbar und zeigen spannende Verhaltensweisen. Mit unserer alljährlichen Vogelzählung am Futterhaus wollen wir vor allem auch Bewusstsein und Interesse für die Vogelwelt wecken“, sagt BirdLife-Geschäftsführer Gerald Pfiffinger.

Zählung im Siedlungsgebiet

Im Mittelpunkt der Aktion stehen die häufigsten und am meisten verbreiteten Vogelarten wie Amseln, Spatzen, Finken und Meisen, die auch bei Schnee und Kälte in unseren Breiten ausharren. Gezählt werden soll vor allem im Siedlungsgebiet. Die Auswertung der Daten geht den Fragen nach: Wo ist welche Vogelart besonders häufig? Welche Vogelarten sind selten geworden? Oder auch: Wie wirkt sich das Füttern der Vögel oder der Klimawandel auf die Wintervögel aus?

Der Tag ist egal

An welchem der vier Tage und zu welcher Stunde gezählt wird, bleibt den Vogelbeobachtern überlassen. Von jeder Art wird die jeweils gleichzeitig beobachtete Höchstanzahl notiert, die im Laufe einer Stunde auftaucht. Als Bestimmungshilfe stellt BirdLife Österreich ein Faltblatt mit den Abbildungen der häufigsten Winter-Vogelarten zur Verfügung. Es kann bestellt oder von der Webseite der Organisation (www.birdlife.at) heruntergeladen werden. Das Zählergebnis sollte bis längstens 13. Jänner bei BirdLife einlangen. Als kleiner Anreiz werden unter den Teilnehmern wertvolle Preise verlost.

Wir hatten heuer um hundert Zähler mehr als im Vorjahr.

Hubert Salzgeber
Stieglitz: Für ein paar schöne Samen macht der Stieglitz fast alles. Alte Gärten, Friedhöfe, Parks und nicht allzu sehr aufgeräumte Naturgelände sind seine Refugien. Dort lässt sich der bunt gefärbte Schönling auch gerne am Futterhaus sehen.

Stieglitz: Für ein paar schöne Samen macht der Stieglitz fast alles. Alte Gärten, Friedhöfe, Parks und nicht allzu sehr aufgeräumte Naturgelände sind seine Refugien. Dort lässt sich der bunt gefärbte Schönling auch gerne am Futterhaus sehen.

Kernbeißer: Er gebärdet sich am Futterhäuschen als Platzhirsch und Raufbold. Charakteristisch sind der kräftige Nussknackerschnabel und das schillernd blaue Flügelband. Im Winter ziehen die Vögel in kleinen Trupps, die meist aus Familienangehörigen bestehen, umher. 

Kernbeißer: Er gebärdet sich am Futterhäuschen als Platzhirsch und Raufbold. Charakteristisch sind der kräftige Nussknackerschnabel und das schillernd blaue Flügelband. Im Winter ziehen die Vögel in kleinen Trupps, die meist aus Familienangehörigen bestehen, umher. 

Kohlmeise: Typisch sind der gelbe Bauch mit dem breiten schwarzen Band, die schwarze Brust und der schwarze Kopf. Kohlmeisen übernachten im Winter einzeln in Baumhöhlen. Morgens holt das Männchen sein Weibchen dort ab, abends bringt er es wieder zurück.

Kohlmeise: Typisch sind der gelbe Bauch mit dem breiten schwarzen Band, die schwarze Brust und der schwarze Kopf. Kohlmeisen übernachten im Winter einzeln in Baumhöhlen. Morgens holt das Männchen sein Weibchen dort ab, abends bringt er es wieder zurück.

Rotkehlchen: Klein, pummelig und mit einem rotem Bauch: Das hübsche Rotkehlchen lässt sich kaum mit einem anderen Vogel verwechseln. Rotkehlchen sind relativ zahme Geschöpfe und begleiten den Menschen manchmal minutenlang durch Gärten und Parks.

Rotkehlchen: Klein, pummelig und mit einem rotem Bauch: Das hübsche Rotkehlchen lässt sich kaum mit einem anderen Vogel verwechseln. Rotkehlchen sind relativ zahme Geschöpfe und begleiten den Menschen manchmal minutenlang durch Gärten und Parks.

Gimpel: Wegen seiner Ähnlichkeit mit einem beleibten Bischof wird dieser Vogel auch Dompfaff genannt. Gimpel treten meistens paarweise auf und knacken mit ihren kräftigen Schnäbeln selbst die härtesten Körner auf. 

Gimpel: Wegen seiner Ähnlichkeit mit einem beleibten Bischof wird dieser Vogel auch Dompfaff genannt. Gimpel treten meistens paarweise auf und knacken mit ihren kräftigen Schnäbeln selbst die härtesten Körner auf. 

Grünfink: Der gelblich-grüne Vogel hat leuchtend gelbe Abzeichen an Flügelrändern und Schwanz. Sein Gesang endet in einem markanten

Grünfink: Der gelblich-grüne Vogel hat leuchtend gelbe Abzeichen an Flügelrändern und Schwanz. Sein Gesang endet in einem markanten „Quääääk“. Der Grünfink ist äußerst pingelig. Er schält sogar Sonnenblumenkerne aus ihren Silberhäutchen. 

Blaumeise: Der Winzling hat einen blauen Oberkopf, eine gelbe Brust und blaue Flügel. Sein Gesang sind meist einzelne Töne, gefolgt von einem Triller. Die kleine Meise klaut am Vogelhaus weit größeren Artgenossen die besten Körner direkt vor dem Schnabel weg.

Blaumeise: Der Winzling hat einen blauen Oberkopf, eine gelbe Brust und blaue Flügel. Sein Gesang sind meist einzelne Töne, gefolgt von einem Triller. Die kleine Meise klaut am Vogelhaus weit größeren Artgenossen die besten Körner direkt vor dem Schnabel weg.

Haussperling: Die Weibchen sind eher unscheinbar, die Männchen haben einen schwarzen Latz, einen grauen Scheitel und an der Kopfseite braune Streifen. Die Vögel fallen gerne in Horden über Futterhäuschen her und sind dabei nicht gerade wählerisch.

Haussperling: Die Weibchen sind eher unscheinbar, die Männchen haben einen schwarzen Latz, einen grauen Scheitel und an der Kopfseite braune Streifen. Die Vögel fallen gerne in Horden über Futterhäuschen her und sind dabei nicht gerade wählerisch.

Tipps zu Futterplatz und Futter

» Der Futterplatz sollte an einer übersichtlichen Stelle sein. So können sich Katzen nicht anschleichen. Die Vögel fühlen sich dann sicher und sind ruhiger.

» Hygiene ist besonders wichtig: Das Futter sollte immer trocken und sauber sein. Klassische Futterhäuschen, in denen das Futter von den Vögeln leicht verkotet wird, sollten durch Futtersilos ersetzt oder öfters gereinigt werden.

» Mit der Art des Futters kann man die gefiederten Besucher auch ganz gezielt einladen.

» Amseln, Drosseln und Rotkehlchen sind Weichfutterfresser, die gerne Äpfel, Rosinen oder Getreideflocken fressen.

» Die Finken (Buch-, Berg- und Grünfink, Dompfaff, Kernbeißer, Stieglitz und Zeisig) sind Körnerfresser. Sie mögen Erdnussbruch, Sonnenblumenkerne und energiereiche, ölhaltige Sämereien wie Hanf oder Mohn. Auch der Kleiber greift bei diesem Angebot gerne zu.

» Meisen (Kohl-, Blau- und Tannenmeisen) lieben Samen, Nüsse, Fett und Haferflocken.

» Haussperling, Feldsperling und Goldammer sind Körnerfresser, die neben fetthaltigen Samen auch Getreide annehmen.

» Damit sich die Vögel an die Futterstelle gewöhnen, sollte man durchgehend füttern.

Alle Informationen zur Stunde der Wintervögel unter www.stunde-der-wintervoegel.at und www.birdlife.at