Kinderbetreuung: Dornbirn legt sich Latte hoch

Vorarlberg / 03.01.2016 • 18:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Herbst wird der sechs Millionen Euro teure Kindergarten Marktstraße eröffnet. rendering: Stadt Dornbirn
Im Herbst wird der sechs Millionen Euro teure Kindergarten Marktstraße eröffnet. rendering: Stadt Dornbirn

Auf dem Weg zur „familienfreundlichsten Stadt der Region“: neue Familienzentren, mehr Ganztagsklassen.

Dornbirn. (ha) Wenn es um Familien geht, will Dornbirn in Vorarlberg eine Vorreiterrolle spielen. Dies jedenfalls ist das Ziel von Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (46, ÖVP). Sie kündigt für dieses Jahr weitere Initiativen an.

„Dornbirn war die erste Stadt in Österreich, die ihre Maßnahmen zur Unterstützung der Familien im Rahmen eines eigenen Leitbildes koordiniert und strategisch geplant hat“, so die Stadtchefin. Dieses Jahr wird jedenfalls intensiv auf die Rezertifizierung als „familieplus“-Gemeinde hingearbeitet. Mitmachen werden dabei Verwaltung, Vereine, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

Den Worten sollen nun Taten folgen: Kurz- bis mittelfristig entstehen an mehreren Standorten Familienzentren und zusätzliche Einrichtungen für Kleinkinder. Auch mehr Kindergartenplätze sind notwendig. Im Kindergarten „Am Wall“ wird Platz für eine weitere Gruppe geschaffen, im Herbst dieses Jahres öffnet der neue Kindergarten Marktstraße.

Aktuell werden derzeit über 900 Kinder von Tagesmüttern, in städtischen oder in firmeneigenen Einrichtungen betreut. In den städtischen Kindergärten gehen über 1000 Buben und Mädchen ein und aus.

Die Freiheitlichen begrüßen den Ausbau der Kindertagesbetreuung, werfen der Stadt aber Versäumnisse bei der Beschaffung der nötigen Räumlichkeiten vor. Laut Stadtrat Walter Schönbeck (55, FPÖ) wurden zwar im Hämmerle-Areal im Fischbach Flächen angemietet, die aber erst noch umgebaut werden müssen: „Als Ausweichquartier sollen jetzt vier Gruppen in ehemaligen Schulwartwohnungen der Mittelschule Haselstauden und der Volksschule Leopoldstraße untergebracht werden.“ Der Bau eines eigenen Gebäudes für Kleinkinder- oder Mittagsbetreuung wäre langfristig billiger, als hohe Mieten zu zahlen, rechnet Schönbeck vor: Im Hämmerle-Areal beträgt der Mietpreis elf Euro pro m2, im ehemaligen Schlecker-Gebäude im Rohrbach muss die Stadt 12,80 pro m2 hinblättern.

Mehr Ganztagsklassen

Derzeit besuchen über 2000 Mädchen und Buben in Dornbirn die Volksschule, rund 1200 Schülerinnen und Schüler eine Mittelschule. 600 nehmen die an verschiedenen Schulen angebotene Mittags- und Nachmittagsbetreuung in Anspruch. Dabei spielen die Ganztagsklassen, in denen Unterricht, Sport oder andere Freizeitaktivitäten nebeneinander stattfinden, eine immer wichtigere Rolle. Ziel der Bürgermeisterin ist es, in jedem Bezirk eine Ganztagsklasse einzurichten. Derzeit gibt es drei Standorte, im Herbst kommt die Mittelschule Baumgarten dazu. Von SP-Stadtrat Gebhard Greber (60), der sich seit Jahren für Ganztagsschulen einsetzt, gibt es dafür lobende Worte für die Rathauschefin: „Ich bin froh, dass mit der neuen Bürgermeisterin unsere Forderungen in der Bildungspolitik jetzt mehr gehört werden.“