Knackige Anstiege und zwei Weitwanderwege

12.01.2016 • 10:13 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Viel Holz und Mobiliar aus vergangenen Zeiten machen das Innere der Feldkircher Hütte zu einem gemütlichen Treffpunkt. Fotos: VN/paulitsch
Viel Holz und Mobiliar aus vergangenen Zeiten machen das Innere der Feldkircher Hütte zu einem gemütlichen Treffpunkt. Fotos: VN/paulitsch

Über die Feldkircher Hütte führt eine der beliebtesten Routen zum Frastner Hausberg

Frastanz. (VN-mm) Der Weg von Amerlügen zur Feldkircher Hütte ist fürwahr ein knackiger. Steil geht es Serpentinen hinauf auf 1204 Meter Seehöhe. Doch der Wald spendet Schatten und macht die Mühe erträglich. Und es geht schnell. Nach knapp dreißig Minuten öffnet sich der Wald hin zu einer Lichtung und gibt den Blick auf das Haus der Naturfreunde Feldkirch frei. Seit Mai führt hier Hubert Studer (55) das Regiment. Nach fünf Jahren auf einer Hütte in Tirol, die auf 2300 Meter Seehöhe lag, zog es ihn und seine Partnerin Doris (58) wieder in tiefere Gefilde. Dass es die Feldkircher Hütte wurde, sei Zufall gewesen, sagt er. Doch es passt. Die Saison verlängerte sich zwar von drei auf sechs Monate, und es gibt auch keinen Ruhetag. Aber: „Ich mache das gerne.“

Hubert Studer tritt aus dem Haus und zeigt den Platz, von dem aus der Hausberg, die Drei Schwestern, zu sehen sind. Es gibt nur einen, doch der rückt die Bergspitzen ins rechte Bild. Der übrige Blick geht weit hinein in den Walgau und das Klostertal. An klaren Tagen sieht Studer sogar den Burtschakopf, der sonst im Schatten anderer Gipfel liegt. Es ist ein schönes Fleckchen Erde, auf dem die Feldkircher Hütte steht. Die oberhalb der Hütte installierten Sendemasten lassen sich da leicht ausblenden.

Hineingewachsen

Früher ging Hubert Studer einfach nur gerne in die Berge. Ebenso gerne half er auch seinem Bruder Wilfried, der lange Jahre Hüttenwirt im Brandnertal war, beim Auf- und Zusperren seiner Hütten. Ein schwerer Unfall veränderte schließlich die Lebensperspektiven von Hubert Studer. Die Rückkehr in seinen ursprünglichen Job fiel ihm schwer. „Der Wunsch nach etwas anderem ist stetig gewachsen“, erinnert er sich. Inspiriert von der Tätigkeit seines Bruders erwachte auch in Hubert die Leidenschaft zum Wirten im Gebirge. „Dabei hatte ich keine Ahnung von der Gastronomie“, gibt er zu. Doch er wuchs hinein, und was er jetzt macht, kann er sich bis zur Pension vorstellen.

Es ist ein reges Kommen und Gehen auf der Feldkircher Hütte. Die einen erreichen sie über den Plattenweg (die kürzeste Variante), andere nehmen den Kuhweg, der ist doppelt so lang, wieder andere finden über den Geissweg oder den Tisner Weg ihr Ziel. Was Hubert Studer mit Sicherheit sagen kann, ist: „Die Route über die Feldkircher Hütte ist eine der beliebtesten Strecken zu den Drei Schwestern.“

Was viele vielleicht auch nicht wissen: Die Feldkircher Hütte liegt am Weitwanderweg Rätikon, der von Hainburg nach Feldkirch oder umgekehrt gegangen wird. „Wir sind erste oder letzte Station“, sagt der Hüttenwirt. Auch die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Wanderweg von Triest nach Monaco, der auf fünf Routen Italien, Slowenien, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Frankreich und Monaco durchquert, berührt die Feldkircher Hütte. So mancher Wanderer machte hier schon Station, um sich für die nächste Etappe auszuruhen. Platz ist bekanntlich in der kleinsten Hütte. In der Feldkircher Hütte finden 40 Personen Platz. Im Sommer ist sie vom 1. Mai bis Mitte Oktober durchgehend bewirtschaftet. Im Winter gibt es einen Wochenendbetrieb im Winterraum.

Die Arbeit als Hüttenwirt bereitet mir Freude. Ich kann mir vorstellen, das bis zur Pension zu machen.

Hubert Studer
Markante Punkte oberhalb der Feldkircher Hütte sind zwei Sendemasten. Die vielen Besucher, die Hubert Studer unter anderem gerne mit einer zünftigen Brettljause verwöhnt, stört das nicht. Die Aussicht auf die Landschaft gegenüber lenkt ab.
Markante Punkte oberhalb der Feldkircher Hütte sind zwei Sendemasten. Die vielen Besucher, die Hubert Studer unter anderem gerne mit einer zünftigen Brettljause verwöhnt, stört das nicht. Die Aussicht auf die Landschaft gegenüber lenkt ab.

Wander-Tipps

» Der Dreischwesternsteig mit dem Fürstensteig ist als einer der schönsten Steige in den Alpen bekannt. Er trägt das Prädikat „Königspfad“. Der Einstieg ist direkt von der Feldkircher Hütte aus erreichbar. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung.

» Hausbergtour: Amerlug-Dreischwesternsteig-Garsellalpe-Saroja­alpe-Amerlug

» Liechtensteiner Höhenweg-Gafadurahütte (FL) 1 ¾ Stunden

» Fürsteinsteig nach Gaflei in fünf Stunden

Was die Hüttenwirte erzählen

Schönste Zeit auf der Hütte: Da wir erst seit heuer heroben sind, kann ich das noch nicht beurteilen, aber ich denke, es wird September und Oktober sein.

Spezialität auf der Speisekarte: Brettljause und Lumpensalat. Im Oktober ist unter anderem eine Wildwoche geplant.

Geschichte der Hütte: 1922 errichtet, seit 1952 laufend saniert.

Die Anfänge als Hüttenwirt: Nach einem Unfall wurde der Wunsch nach beruflicher Veränderung immer größer. Mein Bruder Wilfried ist ebenfalls Hüttenwirt, ihm habe ich öfter geholfen. So bin ich in diesem Geschäft hängengeblieben.