Viele Wege führen vom Tal zur Emser Hütte hinauf

Vorarlberg / 12.01.2016 • 11:14 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sowohl gemütlich als auch sportlich lässt sich die Emser Hütte ansteuern. Hüttenwart Bernd Wehinger schaut ebenfalls gerne vorbei, Otto Stocker und Franz Schnell (v.l .) sorgen sich um das Wohl der zahlreichen Gäste.  Fotos: Privat
Sowohl gemütlich als auch sportlich lässt sich die Emser Hütte ansteuern. Hüttenwart Bernd Wehinger schaut ebenfalls gerne vorbei, Otto Stocker und Franz Schnell (v.l .) sorgen sich um das Wohl der zahlreichen Gäste. Fotos: Privat

Zentral gelegen ist das Naturfreundehaus – begehrtes Ziel für Wanderer und Mountainbiker.

Hohenems. (VN-mm) Der Tag ist noch jung, doch auf allen Wegen herrscht schon reger Betrieb. Wanderer und Mountainbiker zieht es hinauf aufs Fluhereck. Dort steht die von den Naturfreunden Hohenems geführte Emser Hütte. Sie ist eines der ältesten Naturfreundehäuser im Land. „Die Idee dazu entstand 1949“, erzählt Hüttenwart Bernd Wehinger (74), der die Anfänge mitbegleitete. 1952 wurde sie schließlich umgesetzt. Nach Ankauf des Grundes folgten kräftige Investitionen. Strom löste die Petroleumleuchten ab, eine biologisch funktionierende Kläranlage wurde errichtet und das Haus mit Zentralheizung ausgestattet.

Richtige Entscheidung

Und seit dem heurigen Mai gibt es auf der Emser Hütte auch wieder engagierte Pächter. Otto Stocker (65) aus Hard vertreibt sich das Pensionisten-Dasein mit wirten. „Es hat mich immer schon gereizt, so etwas zu tun“, erzählt der ehemalige Immobilienmakler. Auf die Neuverpachtung der Emser Hütte wurde er durch ein Gespräch mit der Pächterin des Gasthauses Schuttannen aufmerksam. Stocker bewarb sich, rechnete jedoch nicht mit dem Zuschlag. „Ich dachte, ich wäre zu alt.“ Doch siehe da, es klappte. Obwohl er die Arbeit anfangs unterschätzte, ist der Harder überzeugt, für sich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er spricht von einer schönen und zufriedenstellenden Tätigkeit. Wenn die Gäste ebenfalls zufrieden seien, lohne sich die Mühe. Und das sind sie wohl, denn die Übernachtungszahlen in dem auf dreißig Personen ausgelegten Matratzenlager steigen wieder. Einen Beitrag dazu leistet wohl auch das liebevoll zubereitete Frühstück, das Gästen kredenzt wird.

Ganzjährig geöffnet

Mit Franz Schnell (42) hat sich Otto Stocker zudem einen Haubenkoch geangelt. „Franz macht hervorragende Kässpätzle“, verrät der Hüttenwirt, ebenfalls ein leidenschaftlicher Hobbykoch. Da erklärt es sich von selbst, dass auch regional eingekauft wird. Stocker verfügt über drei fixe Mitarbeiter. Bei Bedarf hilft seine Frau Lisa aus.

Viele fleißige Hände sind besonders an schönen Herbstwochenenden gefragt, wenn Hunderte Besucher die Emser Hütte frequentieren. Dann öffnet Otto Stocker gerne auch den Gartenausschank. Die Emser Hütte hat den Vorteil, sehr zentral zu liegen. Sie ist sowohl von Dornbirn als auch Hohenems und Götzis aus erreichbar. Der kürzeste Weg führt vom Ebnit über eine teilweise sehr steile Schotterstraße in gut dreißig Minuten nach oben. Wer sportlich unterwegs sein will, findet mit dem Mountainbike vielfältige Herausforderungen.

Die Emser Hütte ist ganzjährig geöffnet. Nur montags gönnen sich Otto Stocker und sein Team eine wohlverdiente Pause. Während der Woche nächtigt auch der Chef auf der Hütte. Und er genießt die Ruhe.

Die Arbeit als Hüttenwirt ist eine schöne und zufriedenstellende Tätigkeit.

Otto Stocker

Was die Hüttenwirte erzählen

Schönste Zeit auf der Hütte: Das ist der Herbst. Dann ist auch die Besucherfrequenz am höchsten.

Spezialität auf der Speisekarte: Kässpätzle, Kaiserschmarren und Lumpensalat. Für diesen holen wir frischen Käse von der Alpe.

Geschichte der Hütte: Die Hütte wurde Anfang der 1950er-Jahre auf Pachtgrund der Stadt Hohenems gebaut, seit 1952 ist sie bewirtschaftet, seit 1958 gibt es ein Matratzenlager, seit 1990 gehört auch der Grund der Naturfreunde-Ortsgruppe Hohenems.

Die Anfänge als Hüttenwirt: Otto Stocker, der unter anderem einen Hotel- und Gastgewerbeschein besitzt, hat sich nach seiner Pensionierung den lange gehegten Wunsch vom Hüttenwirt erfüllt.