Bildsteiner Kirche als Reibebaum

Vorarlberg / 13.01.2016 • 21:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hans Dür und Brigitte Ascherbauer wünschen sich wie viele andere, dass die Bildsteiner Kirche bleibt, wie sie ist. Foto: VN/Hartinger
Hans Dür und Brigitte Ascherbauer wünschen sich wie viele andere, dass die Bildsteiner Kirche bleibt, wie sie ist. Foto: VN/Hartinger

Es gibt 500 Unterschriften gegen die geplante Renovierung des Kircheninneren.

Bildstein. Der Wind pfeift scharf und kalt um die prächtige Wallfahrtskirche von Bildstein. Eine Art Symbol für die Stimmung unter dem lokalen Kirchenvolk. Grund dafür: Die von Pfarrer und Pfarrgemeinderat forcierte General-Renovierung des Kircheninnenraums wird von zahlreichen Bildsteiner Bürgern und Wallfahrern aus der Umgebung heftig kritisiert. Circa 500 Unterschriften wurden bisher gesammelt. Die damit verbundene Forderung: Ja zu einer Sanierung der baufälligen Teile, Nein zu einer völligen Umgestaltung des Innenraumes.

Gespräch mit dem Bischof

Den Initiatoren geht es dabei vor allem um den Erhalt der drei Altäre für die Kirche. Diese sind zwar Leihgaben aus Vandans, dürfen laut geltendem Vertrag jedoch 99 Jahre in Bildstein bleiben. Auch dass der gesamte Boden in den Gängen, im Altarbereich und unter den Besucherbänken herausgerissen und durch einen neuen ersetzt wird, stört die Protestierer.

„Es geht hier um einen Umbau, nicht um eine Renovierung“, sagt der Bildsteiner Gerhard Waibel (40), der die Entwicklung zu den nun vorliegenden Plänen mitverfolgt hat, und sich wie andere Liebhaber der mit barockem Grundriss in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbauten Kirche von den Verantwortlichen übergangen fühlt. Zumindest bis zu einem Gespräch mit dem Bischof, zu dem es noch im vergangenen Dezember kam. „Das war konstruktiv“, sagt er.

Konsens gesucht

Brigitte Ascherbauer (71) aus Schwarzach, der die Kirche als regelmäßiger Besucherin ganz besonders am Herzen liegt, beruft sich auf die Geschichte des Bauwerks. „Diese wunderbare Kirche soll doch so bleiben, wie sie ist, mit den Altären und den Böden. Die sind in Ordnung. Andere Teile sind das nicht. Und die gehören auch saniert. Damit sind wir ja einverstanden.“

Josef Gunz (76) aus Bildstein hat sich ebenfalls mit der jahrhundertelangen Historie des beliebten Bauwerks beschäftigt und wirbt leidenschaftlich für die Beibehaltung von seines barocken Charakters. Angeregt spricht er über die Entwicklung der Wallfahrtskirche im Laufe der Jahrhunderte und beeindruckt dabei mit erstaunlichem Fachwissen. In der Petition ist daher auch von der „Restaurierung der Barockkirche Maria Bildstein in der heutigen Form“ die Rede.

Hans Dür (59), Mesmer in Alberschwende und großer Fan der Bildsteiner Kirche, wünscht sich daher eine öffentliche Diskussion „mit gegenseitiger Achtung im Sinne einer guten Lösung“.

Die Mediatorin

Bürgermeisterin Judith Schilling-Grabher (50) wünscht sich ebenfalls eine sachliche  Beschäftigung mit dem Projekt. „Ich sehe mich als Mediatorin und will ganz sicher nicht, dass wegen der Kirche das Dorf gespalten wird.“ Während Pfarrer Paul Burtscher als überzeugter Anhänger der umfassenden Lösung am Mittwoch für die VN nicht erreichbar war, nahm vonseiten der Diözese Feldkirch Finanzkämmerer Andreas Weber (52) zum vorliegenden Siegerprojekt der Architekten Christian Lenz und Hubert Matt Stellung. „Je mehr wir uns mit den Plänen beschäftigt haben, desto mehr wurden wir Feuer und Flamme dafür. Aber natürlich werden wir uns der Bevölkerung von Bildstein stellen, die Pläne darlegen und zur Diskussion stellen. Das geschieht am kommenden Montag um 19.30 Uhr im Pfarr- und Pilgersaal in Bildstein. Dabei sein werden dort unser Baumeister Herbert Berchtold (58), Generalvikar Rudolf Bischof (73) und ich.“

Ich sehe mich als Mediatorin für eine sachliche Diskussion.

Bgm. Judith Schilling-Grabher

Infos zur Renovierung der Bildsteiner Kirche: Montag, 18. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrsaal Bildstein