Ungeziefer und Dreck verderben Hochzeitsreise

Vorarlberg / 25.01.2016 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hochzeitsreise in die Dominikanische Republik endete für ein Vorarlberger Paar nicht mit dem versprochenen Luxus. Foto: VN
Hochzeitsreise in die Dominikanische Republik endete für ein Vorarlberger Paar nicht mit dem versprochenen Luxus. Foto: VN

Trotz unzähliger Mängel zeigte sich Reiseveranstalter stur und wollte nicht zahlen.

Christiane Eckert

Dornbirn, Feldkirch. Es sollte eine Reise werden, die man nie vergisst. Und das wurde die Hochzeitsreise des frisch gebackenen Paares auch. Beide hatten bei der Buchung extra betont, dass es sich um ihre Hochzeitsreise handle und sie Wert auf Sauberkeit und Komfort legen. Die Reisebüroangestellte legte ein Pauschalangebot in die Dominikanische Republik vor, ein Hotel mit dem vielversprechenden Beinamen „Palace“ versprach Luxus und Entspannung. Doch kurz nach der Ankunft offenbarten sich die ersten Mängel, und das war erst der Anfang einer ärgerlichen Odyssee. Das Augenmerk des Aufenthalts lag auf Dokumentieren, Diskutieren, Beweise und Belege sammeln, Reklamationsmails und Telefonaten. Noch dazu hatte die Frau zwei Mal mit Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen und musste sogar ins Krankenhaus. Ein Umstand, den die Frischvermählten auf die unhygienischen Zustände zurückführten, doch beweisen ließ sich das nicht.

Kein Entgegenkommen

Die Klimaanlage befand sich direkt über dem Bett, war nicht regulierbar und eiskalt eingestellt, die Lüftungsschächte schmutzig verklebt. Es roch modrig und ein beißender Uringestank lag in der Luft. Kakerlaken und anderes Ungeziefer im Bad, auf dem Bett und auf dem Obst. Das Fernsehgerät funktionierte nicht, der Stuhl auf dem Balkon brach zusammen, als sich die zierliche Klägerin darauf setzte.

Seegras, Glasscherben und anderer Müll am Strand. Schimmel am Duschvorhang, Essen und Service entsprachen keinesfalls dem versprochenen Fünf-Sterne-Niveau. Der Reiseveranstalter beantragte Klagsabweisung. Er wollte eigentlich – abgesehen von einem Minimalbetrag – gar nichts zurück- erstatten, sämtliche von den Klägern behaupteten Mängel seien nicht vorgelegen, die Leistung sei vertragskonform und völlig mängelfrei erfolgt, so die beklagte Partei.

Nicht locker gelassen

Insgesamt hatten die Hochzeitsreisenden 4800 Euro für die Reise bezahlt, dazu kam noch ein 1400–Euro-Aufschlag für einen Umzug innerhalb des Hotels, was jedoch keine wesentliche Besserung brachte. Schlussendlich rückte der Reiseveranstalter 400 Euro heraus.

Doch damit gaben sich die Hohenemser nicht zufrieden und Anwältin Olivia Lerch brachte eine Klage ein. „In Anbetracht der Mängel war der eingeklagte Betrag von 5800 Euro durchaus angemessen“, freut sich Lerch, nachdem sie in beiden Instanzen diese Summe zugesprochen bekam. Zudem muss die Gegenseite den Urlaubern die Prozesskosten in der Höhe von über 4000 Euro ersetzen. Das Urteil ist rechtskräftig. 

In Anbetracht der Mängel war der eingeklagte Betrag von 5800 Euro durchaus angemessen.

Olivia Lerch