Ill in Feldkirch wird revitalisiert

Vorarlberg / 09.02.2016 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Ill wird auf einem gut eineinhalb Kilometer langen Abschnitt renaturiert. Foto: ETU
Die Ill wird auf einem gut eineinhalb Kilometer langen Abschnitt renaturiert. Foto: ETU

Sechs Millionen Euro werden in mehrere Maßnahmen investiert; der Baustart erfolgt im Herbst.

Feldkirch. (VN) An der Ill in Feldkirch werden noch in diesem Jahr umfangreiche Revitalisierungs- und Renaturierungsmaßnahmen in Angriff genommen. Beschäftigt sein werden die Arbeiter zwischen dem rund eineinhalb Kilometer langen Ill-Abschnitt, der sich von der Eisenbahnbrücke nach der Kapfschlucht bis hin zur Mündung des Hämmerle-Kanals bei der Nofler Brücke zieht.

Gerinne wird ausgeweitet

Geplant ist, in diesem Bereich zum einen das Gerinne etwas auszuweiten. Zum anderen sollen zur Sohlsicherung zwei Riegelrampen errichtet werden. Hinzu kommen Maßnahmen zur gewässermorphologischen Verbesserung: Versetzt angeordnete und eingebaute Buhnen sollen eine Pendelbewegung des Niederwassers und damit eine Verbesserung des Abflussverhaltens bewirken. Auf der gegenüberliegenden Seite eines einmündigen Unterwasserkanals werden außerdem versenkte Nischen zum Einsatz kommen, die künftig als Fischunterstände dienen werden. Das Projekt wird im Auftrag des Wasserverbandes Ill-Walgau umgesetzt.

Rund sechs Millionen Euro werden für das Vorhaben in die Hand genommen. Der Startschuss für die komplexen Maßnahmen soll im Herbst 2016 erfolgen, wie Thomas Blank von der Abteilung Wasserwirtschaft beim Land Vorarlberg informiert. Der Großteil der Arbeiten wird demnach in den Wintermonaten erfolgen, da lediglich in der Niederwasserzeit gebaut werden könne. Mit einer Fertigstellung wird im Sommer 2018 gerechnet.

Bund zahlt Löwenanteil

Die Finanzierung der sechs Millionen Euro teuren Revitalisierung und Renaturierung wird auf mehrere Schultern verteilt: So hat der Bund bereits den Löwenanteil zugesichert – mit einem Beitrag in der Höhe von mehr als 3,5 Millionen Euro ist zu rechnen. Rund 590.000 Euro übernehmen die im Wasserverband Ill-Walgau organisierten Partner, vorwiegend die Gemeinden des Walgaus. Knapp 1,8 Millionen Euro werden aus dem Landesbudget zur Verfügung gestellt.

„Orte der Naherholung“

Das Land Vorarlberg begrüße das Projekt, wie Landeshauptmann Markus Wallner betont. „Wo es möglich ist, sollen naturnahe Fließgewässer geschaffen werden. Dadurch wird etlichen Tieren und Pflanzen neuer Lebensraum geboten. Zugleich bilden sich attraktive Orte der Naherholung für die Bevölkerung heraus“, unterstreicht der Landeshauptmann die positiven Aspekte der Maßnahmen.

Wichtiger Schwerpunkt

„Gewässerökologische Projekte zur Revitalisierung und Renaturierung dienen nicht nur dem Naturschutz, sondern sind vielfach auch unverzichtbar, wenn es um die Sanierung von Siedlungsgebieten geht“, will Landesrat Erich Schwärzler einen weiteren Aspekt erwähnt wissen. Die ökologische Verbesserung von Bächen und Flüssen in Vorarlberg werde auch weiterhin ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Landes bleiben, versichern Wallner und Schwärzler unisono.

Solche Projekte sind vielfach unverzichtbar, wenn es um die Sanierung von Siedlungsgebieten geht.

Erich Schwärzler

Revitalisierung

» Kosten: Rund sechs Millionen Euro

» Baustart: Herbst 2016

» Fertigstellung: Sommer 2018

» Maßnahmen: Gerinne wird aufgeweitet; Errichtung von zwei Riegelrampen zur Sohlsicherung; Maßnahmen zur Verbesserung des Abflussverhaltens

» Kostenschlüssel: 3,5 Millionen Euro von Bund, 1,8 Millionen Euro vom Land sowie 590.000 Euro vom Wasserverband Ill-Walgau