Die schwarze Kuh aus dem Brandnertal

Vorarlberg / 11.02.2016 • 19:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Michael Kersch­baumer
Michael
Kersch­baumer

BRAND. Nein, es handelt sich dabei um kein altes Märchen aus dem Brandnertal, sondern um
ein Hauptgericht aus dem Restaurante

DOS in Brand.

DOS, das sind Miguel Angel DOmingo Jabonero, der Koch
mit spanischen Wurzeln und jahrelanger Erfahrung in der Spitzengastronomie, sowie Gabriella Schedler, die überaus freundliche Gastgeberin. Zusammen mit ihrem sehr zuvorkommenden Team haben sie es sich zum Ziel gesetzt, ihre Gäste im Golfclub in Brand auf eine kulinarische Überraschungsreise einzuladen. Mit ihren nicht alltäglichen Kombinationen von bekannten Aromen und Gerüchen gelingt ihnen das wirklich gut.

Das Lokal befindet sich am Dorfeingang von Brand im bereits erwähnten Golfclub. Die Einrichtung ist eher puristisch, aber durch die Kombination von hellem Holz und dunklen Wänden wirkt es sehr einladend. Die integrierte Bar lädt zu einem Aperitif oder Digestif ein, und die großen Panoramafenster geben die Sicht auf den Golfplatz frei.

Qual der Wahl

Nach dem freundlichen Empfang von Gastgeberin Gabriella begann mit dem Überreichen der Speisekarte und den Tagesempfehlungen die Qual der Wahl. Gab es doch so viele außergewöhnliche Kombinationen zu entdecken. Gut gefiel uns die Möglichkeit, viele der angebotenen Gerichte als kleine Portion bestellen zu können, denn das schafft unter Umständen Platz für einen weiteren Gang. Nach einem Blick in die gut sortierte Weinkarte folgten wir der Empfehlung der Servicemitarbeiterin und bestellten jeweils ein Achtel Kamen Bianco (3,90 Euro) und einen Pittacum (5,20 Euro). Aus dem Speiseangebot wählten wir unter anderem als Vorspeisen eine halbe Portion „Thunfischtatar – geröstetes Mark, Tamarillo-Baumtomate, Hoisin, schwarze Trüffel“ (10 Euro) sowie eine halbe Portion „Eintopf – Unterkinn Ibéricoschwein, Ackerling-Pilze, Brandner Bergkäse“ (9 Euro).

Als Hauptgang dann die besagte „Schwarze Kuh ,Thai‘ – 30 Stunden, Buñuelo Spritzgebäck, Vogelmiere, Süsskartoffel“ (25,50 Euro) und eine halbe Portion „Flank Steak, Quitte, rote Beete, Quinoa“ (17,50 Euro).

Nach der Bestellung kamen die ersten kleinen Geschmacksfeuerwerke in Form eines Grußes aus der Küche. Japanische Teigtaschen, gefüllt mit Thai-Trüffel und gewälzt in Olivenerde. Begleitet von einem Doughnut aus weißer Schokolade mit einer Füllung aus Entenlebermousse. Dazu eine geeiste Limone mit Caipirinha Crushed Ice und Estragon Essenz. Die Vorspeisen waren sehr gut zubereitet. Der Eintopf konzentriert im Geschmack und die Zutaten harmonisch aufeinander abgestimmt. Diese Harmonie fehlte mir beim Thunfischtatar ein wenig. Rindermark und Hoisin waren sehr dominant und ließen den Geschmack des Thunfisches untergehen.

Perfekt zubereitet

Dasselbe bei den Hauptspeisen: perfekt zubereitet. Das Flank Steak auf den Punkt gebraten, begleitet von einem Quittensorbet, Roter Beete und Quinoa. Die Schwarze Kuh – ein Rinderbäggle in Tintenfischtinte eingelegt und sehr lange gegart, und Süsskartoffeln mit Speck zusammen mit den anderen Zutaten, war ebenfalls sehr gut.

Zur Nachspeise dann hausgemachtes Eis (3 Euro/Kugel) sowie „Williams, Sablé, Candy, Fudge“ (8 Euro). Das Bourbonvanilleeis war für den Geschmack meiner Begleitung auf einer zu dicken Schicht Schokopulver angerichtet. Der feine Geschmack der Vanille ging unter. Die Williams Birne – leicht gedörrt, war gut, es hätten aber etwas weniger Sablé-Brösel auf dem Teller sein dürfen. Zu guter Letzt wurden wir noch mit einem Abschiedsgruß aus der Küche überrascht. Fruchtgummi mit Olivenöl, Schokoladenkeks mit Orangenfüllung und ein kleines Fläschchen selbstgemachter Sahnelikör mit Zimt.

Fazit: Das DOS ist eine ausgezeichnete Adresse für Leute, die gerne etwas Neues ausprobieren möchten. Super Preis-Leistungs-Verhältnis und ein wirklich freundlicher Service. Ich komme wieder: es gibt noch viel zu entdecken!

Ein Pot­pour­ri aus nicht alltäglichen Kombinationen von bekannten Aromen und Gerüchen. 
Ein Pot­pour­ri aus nicht alltäglichen Kombinationen von bekannten Aromen und Gerüchen. 

Der gebürtige Feldkircher Michael Kerschbaumer (Jg. 1968) arbeitete 15 Jahre als Koch in der internationalen Hotellerie und im Airline Catering, bevor er sich zum Wirtschaftsinformatiker Fachrichtung Qualitätssicherung ausbildete.

DOS.RESTAURANTE, Studa 83,
im Golf Club, 6708 Brand,
Tel. 0676 6558045.