Neuer Bahnhof für Lustenau

Vorarlberg / 22.02.2016 • 19:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rauch, Bauer und Fischer beim Spatenstich.
Rauch, Bauer und Fischer beim Spatenstich.

Spatenstich für großes Projekt. Kosten: 30,6 Millionen Euro. Bis 2018 soll das Bauwerk fertig sein.

Lustenau. (VN-hk) Lustenau bricht mit seiner Vergangenheit. Denn die Marktgemeinde war im Laufe ihrer Geschichte vieles – aber gewiss nie eine Eisenbahnkommune mit einem Vorzeige-Bahnhof. Genau das soll sie nun werden. Lustenau erhält einen neuen Bahnhof, eine „Mobilitätsdrehscheibe“, wie es die Projektverantwortlichen gerne nennen: barrierefrei, mit einer Unterführung und drei Personenliften für einen schnellen Zugang von allen Seiten, mit 170 Radabstellplätzen, mit perfekter Anbindung an das Busnetz.

Hinzu kommen ein neuer Inselbahnsteig mit 160 Meter Länge sowie die komplette Erneuerung der Gleisanlagen. Eine 620 Meter lange Lärmschutzwand soll dafür sorgen, dass der Mobilitätsbetrieb am Lustenauer Bahnhof für die Anrainer möglichst leise vonstatten geht.

„Modernisierungsschub“

Das jetzt in Angriff genommene Projekt lud die anwesenden Verantwortlichen zu reichlich Lob geradezu ein. Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer (52) sprach vom künftigen Bahnhof als idealem Verbindungspunkt für andere Mobilitätsformen. „Und es ist nicht leicht, einen so gut erschließbaren Ort im Norden des Ortes zu schaffen“, sagte Fischer. Man freue sich über den „Modernisierungsschub“ für die Gemeinde.

Der ÖBB-Vorstandsdirektor für Infrastruktur, Franz Bauer (59), sprach vom künftigen Bahnhof als einem Ort, „der Wohlgefühl ausstrahlen soll. Das ist es, was wir unseren Kunden bieten wollen.“ Das Projekt sei getreu der ÖBB-Vision, möglichst viele Menschen für die Bahn zu gewinnen. „Die Möglichkeiten sind dafür in Lustenau sehr gut. Derzeit gibt es eine Kundenfrequenz von 900 Personen. Wenn man jedoch weiß, dass das Pendlerpotenzial bei 5000 Menschen liegt, dann ist hier noch einiges möglich“, hielt Bauer fest.

Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (56) nahm den Spatenstich zum Anlass, auf die hohe Attraktivität der in den letzten Jahren renovierten oder neu gebauten Bahnhöfe aufmerksam zu machen. „Man denke nur, wie es am Bahnhof Lauterach vor zehn Jahren ausgesehen hat. Und jetzt? Jetzt entstehen im Umfeld dieses Ortes sogar Wohnbauten.“ Ähnliches Potenzial ortet Rauch auch in Lustenau.

Anrainer informiert

Die Bautätigkeiten am Bahnhof Lustenau sollen bis zur vollständigen Fertigstellung bis 2018 dauern. Es wird in dieser Zeit zu einigen Beeinträchtigungen für die Anrainer in der Bahngasse kommen. Aus diesem Grund gab es kürzlich eine Informationsveranstaltung mit den Betroffenen. „Ich habe den Eindruck, dass uns Verständnis entgegengebracht wird. Zumal danach auch für sie einiges besser wird“, ist Bauleiter Josef Gruber (59) diesbezüglich optimistisch.

Die besondere Herausforderung in Lustenau bestehe darin, aus den beengten Platzverhältnissen das Beste zu machen und während der Bauzeit zwei der drei Gleisanlagen in Betrieb zu halten. Um den Zeitrahmen einzuhalten, wird auch die eine oder andere Nachtschicht eingelegt. In dieser Zeit ist der Bahnhof Lustenau selbstverständlich gesperrt.

Visualisierung des neuen Lustenauer Bahnhofs. 2018 soll das Projekt fertig sein. ÖBB
Visualisierung des neuen Lustenauer Bahnhofs. 2018 soll das Projekt fertig sein. ÖBB

Baumaßnahmen

» 160 Meter langer Bahnsteig mit zwei Bahnsteigkanten

» Witterungsgeschützte Wartebereiche mit Sitzbänken

» 55 Meter lange Personenunterführung sowie drei Personenlifte

» 2800 Meter neue Gleise samt Ober- und Unterbau

» Busterminal mit fünf Halteflächen für regionalen Busverkehr

» Zwei überdachte Bike & Ride-Anlagen für 170 Fahrräder

» Park & Ride-Anlage mit 34 Pkw Stellplätzen

» 620 Meter lange Lärmschutzwand im Bereich Bahngasse