Fröhliches, buntes und lautes Fest

Vorarlberg / 13.03.2016 • 19:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Tanzhaus Hohenems zeigte einmal mehr, wie gut Gemeinsamkeit gelebt werden kann. Foto: vn/steurer
Das Tanzhaus Hohenems zeigte einmal mehr, wie gut Gemeinsamkeit gelebt werden kann. Foto: vn/steurer

Die Arbeitsgruppe Down-Syndrom feierte etwas verspätet ihr 15-jähriges Bestehen.

Hohenems. (VN-mm) Gegründet wurde die Arbeitsgruppe Down-Syndrom eigentlich schon im Jahr 2000. „Da haben wir wohl vergessen zu feiern“, machte Obfrau Gabriela Meusburger den Lapsus mit einem flotten Spruch wett. Denn eigentlich hatte der Verein am gestrigen Sonntag zum 15-Jahr-Jubiläum geladen. Doch die rund 200 Gäste, die sich im Löwensaal in Hohenems einfanden, scherte es nicht, ob 15 oder 16 Jahre. Gefeiert wurde trotzdem, und zwar mit Kind und Kegel.

Wertvolles Leben

Es war ein fröhliches, buntes und lautes Fest. Laut deshalb, weil Kinder mit und ohne Behinderung Kinder sind, die Veranstaltungen nach eigenem Gutdünken aufzumischen wissen, was in diesem Fall jedoch wenig störte, weil es insgesamt höchst ungezwungen zuging. Kabarettist Markus Linder führte durch ein gut zweistündiges Programm, das viel zum Lachen, aber auch Ernsthaftes beinhaltete. Gabriela Meusburger freute sich, berichten zu können, dass der Verein in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen ist. Er zählt demnach 90 betroffene und 150 fördernde Mitglieder. In klaren Worten beschrieb Meusburger auch das Ziel: „Wir möchten transportieren, wie wertvoll das Leben von Down-Syndrom-Menschen ist. Mit ihrer Herzlichkeit und Ehrlichkeit sind sie wichtig für die Gesellschaft, und sie haben ein Recht, auf die Welt zu kommen. Auch für dieses Bewusstsein kämpfen wir“, betonte sie.

Akzeptanz gestiegen

In Kurzinterviews mit verschiedenen Persönlichkeiten kam zum Ausdruck, dass ein positives Klima gegenüber Menschen mit Behinderung entstanden ist. Die Betroffenen selbst und ihre Angehörigen sind in der Öffentlichkeit präsenter geworden, was als wichtiger Beitrag für mehr Akzeptanz gesehen wird. Die Arbeitsgruppe will unter anderem die Inklusion und Chancengleichheit für Menschen mit Down-Syndrom vorantreiben. Daneben gibt es auch Beratung und Hilfe sowie Freizeit- und Therapieangebote.

Am 21. März wird außerdem alljährlich der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Beim Down-Syndrom ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden. Deshalb wird diese Form der Behinderung auch als Trisomie 21 bezeichnet. „Menschen mit Down-Syndrom sind Botschafter der Vielfalt des Lebens“, will die Arbeitsgruppe vermitteln. Deshalb sind ihr Öffentlichkeitsarbeit und Repräsentation nach außen wichtig. Mit dem etwas verspäteten Fest zum 15-jährigen Bestehen gab der Verein jedenfalls ein kräftiges Lebenszeichen von sich. Er zeigte auf, dass allen Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, ein Platz in der Gesellschaft gehört.