Mit der Freundin und dem Rollstuhl beim Bodensee-Frauenlauf am Start

Vorarlberg / 16.03.2016 • 20:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gruppenbild mit Damen (v. l.): Nadja Wohlgenannt, Martin Jäger, Verena Eugster, Tina Orteca, Ingrid Gstach und Sonja Bühler-Schuler.
Gruppenbild mit Damen (v. l.): Nadja Wohlgenannt, Martin Jäger, Verena Eugster, Tina Orteca, Ingrid Gstach und Sonja Bühler-Schuler.

Tina Orteca wird buchstäblich angeschoben. Rund 5000 Teilnehmerinnen werden erwartet.

Bregenz. (VN-mm) Tina Orteca leidet an Multipler Sklerose (MS). Seit acht Jahren ist der Rollstuhl ihr ständiger Begleiter. Das wird die Lustenauerin aber nicht davon abhalten, heuer am Bodensee-Frauenlauf teilzunehmen. „Ich kann laufen, ich kann dich schieben“, erbot sich nämlich ihre Freundin, Nadja Wohlgenannt. Eine Anfrage bei den Organisatorinnen, ob das möglich wäre, ergab grünes Licht für die Aktion. „Bisher hat Tina immer zu Hause für mich mitgefiebert. Jetzt können wir zusammen dabei sein“, freut sich Nadja auf den Start am 4. Juni.

Gemeinsamer Start

Der Bodensee-Frauenlauf hat schon viele besondere Geschichten geschrieben. Das zeichnet ihn wohl auch aus und steigert seine Beliebtheit. „Die magische Zahl von 5000 Teilnehmerinnen zu überschreiten, wäre unser Wunsch“, skizzierte Verena Eugster das Ziel. Neu bei der bereits siebten Auflage ist, dass sowohl die 5- als auch die 10-Kilometer-Läuferinnen gemeinsam in Lochau starten. Damit folgen die Organisatorinnen einem Anliegen, das sich in einer Umfrage als für die Frauen sehr wichtig herauskristallisiert hatte. Die Jahre zuvor begann die 10-Kilometer-Strecke in Lindau. Jetzt geht es für die Frauen durch das Casino-Stadion in einer Schleife zum Segel- und Yachthafen und von dort wieder zurück ins Stadion. Ein Partner der ersten Stunde des Frauenlaufs ist die Sparkasse. „Der Laufsport ist uns sehr wichtig“, betonte Martin Jäger bei der gestrigen Auftaktpressekonferenz. Allein in Vorarlberg werden über zwanzig Laufveranstaltungen unterstützt. Das Engagement beim Frauenlauf wird dadurch bestätigt, dass die Sparkasse seit zwei Jahren jeweils das größte Team stellt. „Ich darf leider nicht mitmachen. Sonst wäre ich auch dabei“, meinte Jäger augenzwinkernd.

Trainingsangebote

Die Kooperation mit der Krebshilfe bleibt ebenfalls bestehen. Frauen mit der Diagnose Brustkrebs erhalten wiederum einen Gratisstartplatz. Die Anmeldung ist aus Datenschutzgründen nur über die Krebshilfe Vorarlberg möglich. Im Rahmen der Frauenlaufmesse gibt es überdies ein „Pink Ribbon Special“ mit Vorträgen zum Thema und Gesundheitsinformationen. Die Frauenlaufmesse selbst wird aufgrund des großen Interesses der Aussteller von der Werkstattbühne in das Seefoyer im Festspielhaus ausgeweitet. Auch an Trainingsangeboten zur Vorbereitung mangelt es nicht. „Im April und Mai stehen 21 Veranstaltungen auf dem Programm“, kündigte Verena Eugster an.

Unterdessen üben sich viele Frauen in Vorfreude auf das sportliche Ereignis. Ingrid Gstach etwa hat lange nur vom Laufen geträumt. „Weil ich das eh nie schaffe“, wie sie von sich annahm. Vor einem Jahr schloss sie sich dann einer Laufgruppe an, absolvierte den ersten Frauenlauf und will beim zweiten die zehn Kilometer angehen. Sonja Bühler-Schuler bekam mit dem Laufen ihr Asthma in den Griff. „Schön langsam aufbauen, dann geht’s“, macht sie Betroffenen Mut zur Bewegung .

Anmeldungen unter
www.bodensee-frauenlauf.com