Auf heimischen Pisten zum Skilehrer

Vorarlberg / 18.03.2016 • 18:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Joe Tripp (M.) zeigt, wie es geht. Und dann klappt es bald auch mit dem gemeinsamen Parallelschwung. Fotos: vn/bernd hofmeister
Joe Tripp (M.) zeigt, wie es geht. Und dann klappt es bald auch mit dem gemeinsamen Parallelschwung. Fotos: vn/bernd hofmeister

Erstmals findet im Montafon wieder ein Anwärterkurs statt. Das Interesse ist enorm.

schruns. (VN-mm) Neue Skilehrer braucht das Land. Vor allem ortsansässigen Frauen und Männern soll dieser Beruf wieder schmackhaft gemacht werden, nicht zuletzt durch das Angebot von Praktikantenkursen in heimatlichen Gefilden. Ein solcher Kurs findet aktuell am Hochjoch in Schruns statt. Es ist seit Langem der erste in der Region. Die Resonanz auf die Initiative von Joe Tripp, der die Skischule in Schruns leitet, war enorm. 42 Skilehreranwärter im Alter von 15 bis 65 Jahren lernen, wie sie anderen am besten den Stemmbogen beibringen, damit die Carvergrundlage sitzt. Thomas Egger, Leiter der Skischule Hirschegg und stellvertretender Obmann des Skilehrerverbandes, zeigt sich erfreut über den Zulauf. „Das ist ein schönes Zeichen“, meint er und blickt zufrieden in den blitzblauen Himmel.

Flexible Arbeitskräfte

An herrlichem Wintersportwetter und besten Schneeverhältnissen mangelt es den angehenden Skilehrern tatsächlich nicht. Ein Tag ist noch schöner als der andere. „Begeisterung und Motivation sind hoch“, bestätigt Joe Tripp. Unter seinen Kandidaten, die am Sonntag zur Abschlussprüfung vor einer Fachkommission antreten werden, ist ein 65-jähriger Pensionist aus dem Großen Walsertal. „Auch solche Leute wollen wir für den Skilehrerjob gewinnen“, sagt Thomas Egger, denn sie sind wertvolle, weil flexible Arbeitskräfte. Derzeit übt rund ein Drittel der etwa 1800 gemeldeten Skilehrer diese Tätigkeit hauptberuflich aus, der größere Anteil besteht aus Schülern und Studenten, welche vorrangig die Stoßzeiten abdecken. Praktikantenkurse im Land können nach Meinung von Egger das personelle Qualitätsgefüge in den Skischulen heben. Es brauche eine gute Mischung.

Joe Tripp setzte den ersten Schritt in die gewünschte Richtung. Er hatte 17 Interessenten für einen Anwärterkurs und fragte deshalb beim Skilehrerverband an, ob eine Ausrichtung im Montafon möglich wäre. „Wir haben das Angebot dann landesweit ausgeschrieben“, schildert Thomas Egger kurz und bündig die Entstehungsgeschichte. Dabei wertet er nicht nur die große Anzahl an Teilnehmern als positiv. Auch die Tatsache, dass die meisten aus dem Bezirk Bludenz kommen, lässt ihn guter Dinge sein, wieder mehr Einheimische animieren zu können. Alles in allem kommt der Kurs auf hiesigen Pisten auch deutlich billiger, weil das Gros der Teilnehmer zu Hause wohnen kann. Bei den Liftkarten und der Verpflegung kam die Silvretta Montafon der Gruppe entgegen.

Mehr Kurse als Ziel

Erste praktische Erfahrungen sammelten die Kandidaten, indem sie sich im Kindergelände der Skischule Schruns gegenseitig unterrichteten. Des Weiteren stehen noch die Vermittlung von Unterrichtsmethoden für Kinder und Erwachsene, eine Einführung auf dem Snowboard sowie ein Sicherheitstag auf dem Ausbildungsplan. „Ziel muss es sein, künftig mehr solche Kurse anzubieten“, betont Egger. Neben den Sommer- und Herbstkursen sei dies ein wichtiger Schritt, um potenziell Interessierte anzusprechen.

Ziel muss es sein, noch mehr solche Kurse anzubieten.

Thomas Egger