In Vorarlberg gibt es mehr Räder als Autos

Vorarlberg / 29.03.2016 • 19:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch Anja aus Dornbirn fährt aufs Radfahren ab.  Foto: VN/Steurer
Auch Anja aus Dornbirn fährt aufs Radfahren ab. Foto: VN/Steurer

Nach der Winterpause sollte allerdings auf den Service nicht vergessen werden. 

Schwarzach. Ein Vorarlberger ohne Fahrrad ist in etwa so wie ein Cowboy ohne Pferd: Daten der Statistik Austria zufolge steigen 48 Prozent der Vorarlberger über 15 Jahre täglich oder mehrmals die Woche aufs Rad. Weitere
30 Prozent treten zumindest gelegentlich in die Pedale. Wen wundert’s da, dass es in Vorarlberg laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mittlerweile deutlich mehr Fahrräder (365.000) als Autos (202.000) gibt. Zwei Drittel der Vorarlberger Haushalte haben demnach zwei oder mehr verkehrstüchtige Drahtesel zu Hause.

Materialschäden

„Die Zahl der Radfahrer, die das ganze Jahr über in die Pedale treten, nimmt zu. Doch für viele beginnt jetzt im März die Radfahrsaison. Wichtig ist, dass das Fahrrad nach der Winterpause unbedingt einem Service unterzogen wird“, sagt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Aber nicht nur Räder, die längere Zeit im Keller oder in der Garage gestanden sind, sollten vor der ersten Ausfahrt gründlich durchgecheckt und bei Bedarf gereinigt werden. Auch jene, die im Winter im Einsatz waren, haben sich eine Wartung verdient.

Der VCÖ empfiehlt, das Fahrrad zumindest einmal im Jahr zum Service in ein Fachgeschäft zu bringen. „Materialschäden werden beim Service rechtzeitig erkannt. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer eines Fahrrads und kann teure Reparaturen vermeiden“, betont Gratzer. Für die meisten Alltagswege ist das Fahrrad die schnellste und günstigste Art der Fortbewegung. Radfahren kann aber noch viel mehr: Es beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, stärkt die Lungenfunktion und es werden viele Muskeln aktiviert, wie etwa die Rückenmuskulatur sowie die Arm- und Beinmuskulatur. Auch das psychische Wohlbefinden wird durch Bewegung verbessert, verdeutlicht der VCÖ.

Gesund und günstig

„In Vorarlberg sind sechs von zehn Alltagswegen kürzer als fünf Kilometer. Fast jeder zweite Beschäftigte hat einen Arbeitsweg von weniger als fünf Kilometer. Das ist eine Distanz, die bei guter Infrastruktur fürs Radfahren in der Regel leicht mit dem Rad zu bewältigen ist“, stellt Gratzer fest und betont zugleich die Wichtigkeit des weiteren Ausbaus der Radfahr-Infrastruktur. „Im Ortsgebiet kann durch Verkehrsberuhigung das Radfahren forciert werden, in den Regionen ist es wichtig, dass Siedlungen das nächstgelegene Ortszentrum sicher über einen Radweg erreichen können.“

Was beim Fahrrad-Check zu beachten ist

1. Bremsen: Sind die Bremsseile richtig eingestellt und die Bremsbacken in einem gutem Zustand?

2. Beleuchtung: Funktioniert die Beleuchtung (vorne und hinten)?

3. Kette ölen.

4. Ist das Fahrrad mit allen vorgeschriebenen Reflektoren ausgerüstet?

5. Beim Sattel die richtige Höhe einstellen.

6. Alle Schrauben kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen.

7. Reifen aufpumpen: Geringerer Rollwiderstand erleichtert das Fahren.

8. Einmal im Jahr das Fahrrad zum Service in ein Fahrradfachgeschäft bringen.