Darauf fahren die Radler künftig ab

Vorarlberg / 03.04.2016 • 18:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Anja gefällt’s: neue Wege für die Radler in Vorarlberg.  VN/Steurer
Anja gefällt’s: neue Wege für die Radler in Vorarlberg. VN/Steurer

Ein Überblick über die größten Radwegprojekte 2016.

Schwarzach. (VN-ger) In die Pedale treten, dahingleiten, den Wind in den Haaren spüren, das Gefühl von Freiheit genießen: 15 Prozent aller Wege werden in Vorarlberg bereits mit dem Fahrrad zurückgelegt. Doch da geht noch mehr. Bis zum Jahr 2020 soll der Radverkehrsanteil auf 20 Prozent erhöht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, forciert das Land unter anderem den Ausbau des Radwegenetzes für den Alltagsverkehr und von Abstellanlagen an Bahnhöfen.

Derzeit verfügt Vorarlberg über ein landesweites Rad­routennetz von über 800 Kilometern Länge. Auch in diesem Jahr bekommen die Radfahrer neue Wege dazu. Für die Förderung von Gemeindeprojekten macht das Land 2016 insgesamt 3,5 Millionen Euro locker. Ein Überblick.

 

Hinter dem Betriebsgebiet an der L 203 zwischen Lustenau und Hard wird entlang des Lustenauer Kanals ein neuer Radweg errichtet. „Dieses Stück stellt einen sehr wichtigen Lückenschluss im Radroutennetz dar, da bislang auf der stark befahrenen L 203 für die Radfahrer wenig Sicherheit geboten war“, erläutert Peter Moosbrugger, Radwegbeauftragter des Landes. Das Projekt befindet sich derzeit in der Abstimmungsphase. Geplanter Baubeginn ist Anfang 2017.

 

Nachdem der Lückenschluss zwischen Bludesch und Thüringen 2014 umgesetzt wurde, soll nun die Anbindung ins Dorfzentrum von Bludesch für den Radverkehr adaptiert werden. Die Radroute wird auf der gesamten Länge asphaltiert, zum Teil instandgesetzt und an einigen Stellen verbreitert.

 

Auch im Kleinwalsertal nimmt die Bedeutung des Radverkehrs rasant zu. Um diese Entwicklung zu fördern, wird momentan ein regionales Radroutenkonzept ausgearbeitet, das den Alltags- und Freizeitradverkehr berücksichtigt.

In Mellau ist im Bereich Kirche-Ennemoser-Talstation eine Fahrradstraße gepant. Das Projekt beinhaltet zudem die Adaptierung der an die Fahrradstraße angrenzenden Kreuzung sowie die Instandsetzung der weiterführenden Gemeindestraße. Auf Fahrradstraßen haben Radfahrer grundsätzlich Vorrang, auf dem betroffenen Straßenabschnitt ist lediglich die Zufahrt für Anrainer erlaubt.

 

Im Zuge der Errichtung des Altstoffsammelzentrums Hofsteig in Lauterach ist parallel zur Industriestraße ein weiteres Stück der Landesradroute abseits des motorisierten Verkehrs geplant.

 

Mit dem Neu- bzw. Umbau der Radroute im Bereich Wasserweg-Forellenweg inklusive einer zwölf Meter langen neuen Radbrücke soll die Route zwischen Lauterach und Hard direkter, komfortabler und durch den Wegfall einiger Kreuzungen auch sicherer werden. „Mit der Umsetzung dieses Projekts gelingt ein Lückenschluss, der das Rad als Verkehrsmittel zwischen den zwei Gemeinden, aber auch darüber hinaus, noch attraktiver macht“, ist Moosbrugger überzeugt.

 

Derzeit laufen die eisenbahnrechtlichen Abstimmungen für den Bau eines neuen Radwegs entlang der ÖBB-Bahnlinie zwischen der Vorklostergasse und der Quellenstraße. Mit dem Projekt soll eine Lücke im Radroutennetz der Stadt Bregenz geschlossen werden. Der Radweg ist Teil der Radrouten­achse zwischen Lauterach und Bregenz sowie zwischen Wolfurt-Kennelbach-Bregenz Zentrum bzw. Bahnhof.

 

Die Rad- und Fußgängerbrücke über die Dornbirner Ache im Bereich des neuen Pflegeheims Birkenwiese soll erneuert werden. Heuer wird dazu ein Realisierungswettbewerb gestartet, der Baubeginn wird voraussichtlich 2017 erfolgen.

 

Mit dem Lückenschluss der Radroute im Bereich der Lustenauer Hofsteigstraße soll ein weiterer Teil des regionalen Radroutenkonzepts im Unterland umgesetzt werden. Mit dem Lückenschluss wird eine schnelle und sichere Verbindung zwischen Dornbirn bzw. Hohenems und dem Rheindelta sowie Hard angepeilt.

 

In Bludenz wird in den kommenden Monaten das regionale Radroutenkonzept konkretisiert. Ziel der Verantwortlichen ist es, möglichst rasch realisierbare und effektive Maßnahmenpakete detailliert zu planen und zeitnah umzusetzen. Im Fokus stehen dabei vor allem Alltagsradrouten.

 

Die Radroute auf dem Rheindamm im Bereich Höchst-Fußach wird im Zuge der Dammstabilisierung auf 3,5 Meter ausgebaut. Für Moosbrugger stellt das Projekt eine wichtige Verbesserung des überregionalen Radschnellweges dar.

 

Im Bereich des Güterbahnhofs Wolfurt soll durch die Neugestaltung der Radwegquerung (Rampe L 41) und den Neubau eines Radwegs im Bereich Salzsilo eine Gefahrenstelle deutlich entschärft werden. Die Orientierung im Verkehr wird laut Land damit für Radfahrende erleichtert und das Konfliktpotenzial, vor allem mit dem Schwerverkehr, erheblich verringert. In einem zweiten Projektabschnitt ist ein Ausbau des separaten Radwegs bis zum Kreisverkehr geplant.