Prüfer korrigiert „schiefe Optik“

Vorarlberg / 29.04.2016 • 19:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 6. April 2016.
VN-Bericht vom 6. April 2016.

Land begrüßt Änderung im Management des Häusle-Prüfers Böhler Analytik.

Feldkirch. Der Umweltskandal beim Lustenauer Abfallwirtschafter Häusle hat jetzt auch bei jenem externen Prüfunternehmen, das regelmäßig Untersuchungen auf dem Firmengelände durchgeführt hat, zu Änderungen im Management geführt. Laut Firmenbuch hat Christian Böhler seine operativen Tätigkeiten als Prokurist bei Böhler Analytik zurückgelegt. Zwei neue Prokuristen wurden bestellt.

Ein VN-Bericht über die Gesellschafterstruktur von Häusle und die Verbindungen zum einzigen Prüfungslabor in Vorarlberg hatte hohe Wellen geschlagen. Böhler Analytik gehört mehrheitlich der Firmengruppe Böhler und Sohn, die wiederum 5,1 Prozent an Häusle hält. Unter dem Etikett „Externe Prüfung“ prüften sich bei Häusle Firmen-Teilhaber selbst, was unter anderem auch im Landhaus zu Irritationen geführt hat.

Das Unternehmen, das sich gegenüber den VN zu den Änderungen in der Firmenstruktur nicht äußern wollte, hat auf die offensichtlich „schiefe Optik“ reagiert. Von der Landesregierung wird das Ausscheiden des Häusle-Miteigentümers Christian Böhler aus der operativen Geschäftsführung beim Prüfungsinstitut ausdrücklich begrüßt. Damit wird ein von vielen hinterfragtes Bild korrigiert und „das Labor in der öffentlichen Wahrnehmung gänzlich unabhängig“, sagt der zuständige Landesrat Johannes Rauch (56) auf VN-Anfrage.

Rechtsfrage thematisiert

Böhler Analytik wurde vor 22 Jahren gegründet. Seit 1998 führt das Labor bei Häusle Untersuchungen durch. Im Kontrollausschuss zur Causa Häusle wurde auch die strittige Rechtsfrage der Besitzverhältnisse des Prüflabors thematisiert.

Eine ausführliche Stellungnahme des Wissenschaftsministeriums, das den VN vorliegt, bescheinigt „aus den indirekten Verflechtungen jedenfalls keine Beeinträchtigungen der Unparteilichkeit und Unabhängigkeit“. Eine direkte Einflussnahme der Häusle GmbH auf die Ergebnisse der Inspektion könne ausgeschlossen werden. Ebenso würden keine Interessenkonflikte durch die Böhler Analytik durch gemeinsame Eigentümerschaft existieren, heißt es seitens des Ministeriums weiter.

Unabhängig davon hat Böhler Analytik sein Management jetzt neu geordnet.