Verkehr in Lorüns wird entschleunigt

Vorarlberg / 04.05.2016 • 18:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
2017 soll Bauetappe 1 – und damit die erste Aufweitung der L 188 – in Angriff genommen werden. VN/Stauber
2017 soll Bauetappe 1 – und damit die erste Aufweitung der L 188 – in Angriff genommen werden. VN/Stauber

Bis 2020 werden rund 1,5 Millionen Euro in verschiedene Maß­nahmen investiert.

LORÜNS. (VN-sas) In der Montafoner Kommune Lorüns sollen in den nächsten Jahren mehrere Maßnahmen realisiert werden, um den Verkehr zu beruhigen. Das Interessante dabei: Das Konzept trägt die Handschrift der Bewohner.

„Meine Ideen für Lorüns“

Im Rahmen des groß angelegten Prozesses „Meine Ideen für Lorüns“ im September 2014 wurde jedem Lorünser die Möglichkeit gegeben, sich aktiv in die Entwicklung der Gemeinde einzubringen. Die Ideen und Vorschläge wurden vom Entwicklungsbüro Kairos zusammengetragen, nach Themen gefiltert und anschließend bei einem „Bänklehock“ in Lorüns intensiver besprochen.

14.000 Fahrzeuge am Tag

Ein dominierender Themenkomplex war die Verkehrssituation in der Gemeinde: Durch das Ortsgebiet verläuft die stark frequentierte Landesstraße L 188 mit einem durchschnittlichen Verkehr von mehr als 14.000 Fahrzeugen täglich. Wunsch vieler Bewohner war es, diese Straße zu beruhigen. Als erster Schritt des Maßnahmenpakets wurde seitens der BH Bludenz bereits Tempo 50 auf der rund einen Kilometer langen L-188-Passage verordnet. Damit aber nicht genug: Die L 188 soll noch mehr „entschleunigt“ und sicherer gestaltet werden.

Dafür sorgen sollen drei Aufweitungen der Fahrbahn (siehe Bild). Jeweils eine Aufweitung ist am Ortsbeginn und -ende geplant; eine weitere auf Höhe der mbs-Haltestelle. „Vor allem am Ortsrand soll mit dieser sogenannten ,Torwirkung‘ sig­nalisiert werden, dass man in eine Gemeinde einfährt“, sagt Bürgermeister Lothar Ladner.

Bei der mbs-Haltestelle soll ein neuer Übergang mit Zebrastreifen und einer Mittelinsel für einen sicheren Übergang geschaffen werden. Realisiert werden soll zudem ein zwei Meter breiter Gehsteig, der sich an der ganzen Landesstraße entlangzieht. Diese Maßnahmen sollen in drei Etappen umgesetzt werden. Insgesamt werden rund 1,5 Millionen Euro investiert.

Während das Land die Maßnahmen an der L 188 übernimmt, muss die Gemeinde für den Bau des neuen Gehsteigs und die damit einhergehenden Grundablösen aufkommen. Geht es nach Ladner, soll mit dem ersten, rund 350 Meter langen Abschnitt vom Ortseingang bis zur Kirche im Frühjahr 2017 gestartet werden. 2020 soll das Großprojekt abgeschlossen werden.

Die Gemeinde Lorüns bietet allen Interessierten noch bis Dienstag, 10. Mai, die Möglichkeit, die Planunterlagen einzusehen.

Kein Ersatz für Umfahrung

Gemeindechef Ladner will betont wissen, dass die anstehenden Verkehrsmaßnahmen unabhängig von der Umsetzung der L-188-Umfahrung gesehen werden und das Tunnelprojekt nach wie vor in Bearbeitung sei. Spätestens Ende dieses Jahres wolle man vonseiten des Landes eine klare Ansage, wann das seit Jahren geplante Projekt realisiert werden soll.