Älteste Patientin zählt 109 Lenze

Vorarlberg / 20.05.2016 • 18:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Hauskrankenpflege betreut breites Spektrum. Über 297.500 Einsatzstunden geleistet.

Hohenems. (VN-mm) Die 66 Hauskrankenpflegevereine in Vorarlberg werden heuer mit fast 5,6 Millionen Euro aus dem Sozialfonds gefördert. „Die Hauskrankenpflege ist ein einzigartiges Erfolgsmodell und mit den mobilen Hilfsdiensten ein unverzichtbarer Bestandteil des Pflege- und Betreuungssystems im Land“, betonte in diesem Zusammenhang Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker. Im vergangenen Jahr wurden 8341 Personen betreut und dabei von 315 Beschäftigten über 297.500 Einsatzstunden geleistet, wie Obmann Herbert Schwendinger bei der Generalversammlung am Freitagabend in Hohenems berichtete.

Stolz ist er auch darauf, dass stattliche 86 Prozent der Pflegekräfte ein Diplom in der Tasche haben. „Somit steht pro 2100 Einwohnern eine vollbeschäftigte Pflegefachkraft zur Verfügung“, sagt Schwendinger.

Solidargemeinschaft

Derzeit unterstützen 38 Prozent der Haushalte, das macht rund 62.000 Mitglieder, die Hauskrankenpflege durch jährliche Beiträge. „Wichtig für uns sind vor allem Beiträge von Mitgliedern, die noch keine Leistungen benötigen“, verweist Herbert Schwendinger auf die Notwendigkeit einer gut funktionierenden Solidargemeinschaft. Deren Bedeutung unterstreicht auch das breite Altersspektrum der zu Pflegenden. Die jüngste betreute Person ist sechs, die älteste zählt 109 Lenze. Das Jahresbudget lag 2015 bei 14,8 Millionen Euro. Das Geld wird zu fast 40 Prozent aus Eigenmitteln aufgebracht. Drei Viertel des Aufwandes verschlingen die Personalkosten.

Orientierungspapier

Die Hauskrankenpflege hat in Vorarlberg eine bereits mehr als 100-jährige Tradition. Der erste Krankenpflegeverein entstand 1899 in Lustenau. Darauf folgte der sukzessive Ausbau dieser ambulanten Pflege- und Betreuungsstruktur. Der Leitsatz „Weiterhin am Menschen orientiert“ soll die Hauskrankenpflege auch in die Zukunft führen. Gemeinsam mit der connexia wurde in einem einjährigen Prozess das Perspektiven- und Entwicklungskonzept 2025 erarbeitet. Mit beteiligt waren gut einhundert Mitarbeiter aus örtlichen Krankenpflegevereinen, aber auch Vertreter des Betreuungs- und Pflegenetzes, der Krankenhäuser und Pflegeschulen sowie Ärzte und pflegende Angehörige. Das Papier soll Orientierung für die Planung von Maßnahmen sein.

Betreuung zu Hause

Laut Katharina Wiesflecker sollen auch künftig wenigstens 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut werden können. Damit das gelingt, kann die Hauskrankenpflege auf eine Unterstützung des Landes „nach Kräften“ bauen.