Bildsteiner Kirche bleibt Zankapfel

Vorarlberg / 14.06.2016 • 18:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Bildsteiner Wallfahrtskirche in ihrer derzeitigen Form.  Foto: VN/Hartinger
Die Bildsteiner Wallfahrtskirche in ihrer derzeitigen Form. Foto: VN/Hartinger

Totale Umgestaltung oder nur Sanierung? Keine Annäherung der beiden Lager.

Bildstein. Fast ein halbes Jahr ist es nun her, dass es im Wallfahrtsort Bildstein rumorte. Während der Pfarrer, einige Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenräte mit Unterstützung der Diözese Feldkirch eine totale Umgestaltung des Gotteshausinneren in Angriff nehmen wollten, formierte sich dagegen massiver Widerstand. Die Eckpunkte der Umgestaltungspläne: Rückgabe der zwei barocken Altäre, Leihgaben aus Vandans, an ihren Ursprungsort, Einbau eines neuen schwarzen Bodens samt Bodenheizung, Aufstellung eines Volksaltars weiter vorne Richtung Kirchenvolk, Versetzung des Jesus-Kreuzes auf die linke Seite und die Aufstellung der Marienstatue in der Mitte.

Zukunftskonferenz

Während eines öffentlichen Informations- und Diskussionsabends wurde die Ablehnung der Pläne durch viele Bildsteiner und Wallfahrer aus dem Umfeld offensichtlich. Danach verordnete die Diözese eine Nachdenkpause, um Ausmaß und Variante der Renovierung zu überdenken.

Was hat die Nachdenkpause bisher gebracht? Andreas Weber (52), Finanzkammerdirektor der Diözese Feldkirch: „Wir sind mithilfe einer Kommunikationsexpertin daran, den Prozess so auf die Beine zu stellen, dass wir die verschiedensten Interessen zusammenbringen.“ Laut Weber befinde man sich noch nicht in einer Variantendiskussion in Bezug auf die Renovierung der Bildsteiner Wallfahrtskirche. „Da ist noch alles möglich. Wir reden über den Weg, wie wir zu einem allgemein akzeptierten Ziel hinkommen“, beschreibt der Finanzkämmerer die Aktivitäten. Im September soll eine Zukunftskonferenz über das Projekt stattfinden. Daran sollen Vertreter verschiedenster Bereiche teilnehmen, insgesamt zwischen 50 und 70 Personen. „In Zeitnot befinden wir uns nicht. Heuer gibt es in der Kirche sicher keine Bauaktivitäten mehr“, betont Weber.

Bildstein-Pfarrer Paul Burtscher (61), bekennender Anhänger der Umgestaltung des Kircheninneren, verweist auf ein Stillhalteabkommen der verschiedenen Interessengruppen in der Causa Kirchenrenovierung.

Forderungen der Gegner

Davon will Gerhard Waibel (40), Sprecher der Initiative für den Erhalt der alten Bildsteiner Kirche, nichts wissen. „Wir sind nicht damit einverstanden, wie dieser Prozess läuft. Hier werden Personen eingebunden, die nicht dazugehören. Wie zum Beispiel Vertreter der Vandanser Pfarre. Wir hingegen sind ganz klar unterrepräsentiert.“ Waibel verweist auf die mittlerweile 700 Unterschriften von Menschen in Bildstein und in Wallfahrtskreisen, die sich gegen eine totale Umgestaltung des Kircheninnenraumes ausgesprochen haben. Der Sprecher der Bürgerinitiative überlegt einen Rückzug aus den Gesprächen, die in Form von „Spurgruppensitzungen“ stattfinden. An der zweiten Veranstaltung dieser Art wird Waibel nicht teilnehmen. Die Forderungen der Initiative: „Altäre und Boden müssen bleiben. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, beteiligen wir uns am Diskussionsprozess.“ 

Die zwei Altäre aus Vandans dürfen laut Vertrag insgesamt 99 Jahre in der Bildsteiner Kirche bleiben. Pfarrer Hans Tinkhauser (50) hätte sie jedoch gerne bald wieder im Montafon. „Sie gehören dahin“, hatte er im Jänner gegenüber den VN gemeint.

Die zeitgenössische Umgestaltung der Wallfahrtskirche Bildstein nach den Plänen des Büros Lenz würde 1,5 Millionen Euro kosten.

Finanzkammerdirektor Weber will abwarten, wie sich die Dinge in Bildstein entwickeln. Er kann sich unter Umständen auch eine Volksbefragung über die Zukunft der Kirche in der Gemeinde vorstellen. Gerhard Waibel möchte gerne mit Bischof Benno Elbs sprechen.

So sähe die Bildsteiner Kirche bei einer Umgestaltung des Innenraums aus. (Visualisierung) Lenz
So sähe die Bildsteiner Kirche bei einer Umgestaltung des Innenraums aus. (Visualisierung) Lenz