Aufbau in luftiger Höhe

16.06.2016 • 17:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Modulmontage mit Ausblick: Die Kaltenberghütte befindet sich auf rund 2100 Höhenmetern.  Fotos: ERL GmbH
Modulmontage mit Ausblick: Die Kaltenberghütte befindet sich auf rund 2100 Höhenmetern. Fotos: ERL GmbH

Die Kaltenberghütte in Klösterle wird derzeit energetisch auf den neuesten Stand gebracht.

Klösterle. (VN-sas) Auf der Kaltenberghütte auf rund 2100 Höhenmetern geht es derzeit geschäftig zu – trotz widrigster Wetterbedingungen wird die Hütte, die sich im Besitz des Deutschen Alpenvereins Sektion Reutlingen befindet, technisch und baulich auf den neuesten Stand gebracht.

„Seit langer Zeit ist nichts gemacht worden, jetzt wird die Haustechnik im großen Stil umgebaut“, informiert Michael Anker, der gemeinsam mit seinem Team die komplette Energieversorgung auf Vordermann bringt. Auf der Agenda stehen unter anderem die Erneuerung der Kläranlage und der Einbau einer Photovoltaikanlage mit Lithium-Ionen-Batteriespeicher.

Hohe Förderquote

„Künftig wird die Hütte mit bis zu 80 Prozent aus der Sonne versorgt“, sagt Anker. Die restlichen 20 Prozent sollen aus einem Blockheizkraftwerk, das ebenfalls dieser Tage installiert wird, gewonnen werden. Das Blockheizkraftwerk wird mit Rapsöl angetrieben – „und die Abwärme der Maschine wird künftig in die Heizung eingespeist und zu fast 100 Prozent verwendet“, betont der Experte. Nach Angaben von Michael Anker werden immer mehr Berghütten energetisch auf den neuesten Stand der Technik gebracht. „Sehr attraktiv ist natürlich die hohe Förderquote mit 60 bis 80 Prozent der Kosten.“ Alleine in die Stromversorgung und die Heizanlage investiert der Deutsche Alpenverein rund 160.000 Euro; etwa dieselbe Summe werde für weitere Baumaßnahmen in die Hand genommen. Im Zuge der Arbeiten wird auch die nordseitige Fassade der Hütte saniert.

Die Arbeiten wurden am 30. Mai aufgenommen und werden noch bis kommende Woche andauern. „Mit dem starken Regen haben die Arbeiter fast durchgehend eine harte Prüfung hinter sich“, so Anker. Im Einsatz seien ausschließlich Firmen aus Vorarlberg und Tirol; etwa HW Bau oder Bio4.

Bis zu 3500 Nächtigungen

Roman Kargl, der die vergangenen sieben Jahre auf der Hütte gearbeitet hat und heuer seine erste Saison als Pächter startet, freut sich naturgemäß über die Investition. „Mit den Maßnahmen wollen wir dem Umweltgedanken und den steigenden Nächtigungszahlen Rechnung tragen.“ Von Ende Juni bis Anfang Oktober werden im Schnitt auf der Kaltenberghütte zwischen 3000 und 3500 Nächtigungen verbucht; die Hütte bietet 70 Schlafplätze. Offizielle Saisoneröffnung ist kommenden Freitag, 24. Juni.

Die Bauteile wurden per Hubschrauber eingeflogen.
Die Bauteile wurden per Hubschrauber eingeflogen.