Künstlerin schafft edle Urnen

Vorarlberg / 22.06.2016 • 19:23 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Eva Moosbrugger inmitten einiger ihrer Werke. Sie sind derzeit in Schwarzenberg ausgestellt.    Foto: Paulitsch
Eva Moosbrugger inmitten einiger ihrer Werke. Sie sind derzeit in Schwarzenberg ausgestellt.    Foto: Paulitsch

Eva Moosbrugger fertigt Skulpturen aus Glas an. Jedes ihrer Objekte ist ein Unikat.

Dornbirn. Die Inspiration für ihre Kunst holt sich Eva Moosbrugger in der Natur. Als Vorlage für ihre Kunstwerke dienen ihr unter anderem Mineralien, Steine, Grashalme, Sonnenuntergänge und Wasserfälle. Moosbruggers Affinität zur Natur kommt nicht von ungefähr. Sie liegt in ihrer Kindheit begründet.

„Meine Geschwister und ich sind jeden Sommer mit unserer Großmutter für zweieinhalb Monate auf ein Maisäß am Bödele gezogen.“ Die 59-Jährige verknüpft damit nur die schönsten Erinnerungen. „Wir haben barfuß Wiesen und Wälder durchstreift, Beeren und Pilze gesammelt, Bäche aufgestaut, Baumhäuser gebaut und Äste mit Farnen ausgekleidet.“

Von der Malerei zur Bildhauerei

Diese Zeit war prägend für ihren weiteren Lebensweg. Dort oben, so glaubt sie, wurde der Grundstein für ihre spätere künstlerische Laufbahn gelegt. Mit 16 war der Dornbirnerin bereits klar, dass sie Künstlerin werden wollte.

Zuerst wandte sich die junge Frau der Malerei zu. Landschaften – in Licht und Schatten getaucht – waren ihr bevorzugtes Motiv. Die Maltechniken eignete sie sich selbst an. „Ich habe mir aber auch immer Lehrer gesucht, die mir imponiert haben und bei denen ich lernen konnte.“

Fasziniert von Formen, Materialien und Techniken, entwickelte sie sich zur Bildhauerin weiter. Es entstanden Wand- und Rauminstallationen aus Holz, Keramik, Eisen, Beton und Stein. Immer wieder lernte sie, mit neuen Materialien zu arbeiten, das nötige Rüstzeug dafür holte sie sich unter anderem in ausgesuchten Handwerksbetrieben.

Der Steinbildhauerei widmete sie sich sieben Jahre. „Dann bin ich aus dem Material Stein herausgewachsen. Jetzt stand mir der Sinn nach farbiger Heiterkeit. Ich war nun aber gezwungen, mich einem neuen Material zuzuwenden, das ich noch nicht kannte.“

Es folgte eine halbjährige Schaffenskrise. „Dann sah ich in einem Schaufenster einen Clown aus Glas. Da wusste ich: Das ist das Material, mit dem ich weiterarbeiten möchte.“ In der Folge lernte die Künstlerin, wie man mit Glas umgeht und es bearbeitet. „Ich habe in den Glaszentren Europas Kurse besucht und verschiedene Techniken erlernt.“ Zum Schluss wusste sie: „Geblasenes Glas ist mein Thema. Mit dieser Technik möchte ich arbeiten.“

Es wundert die Kunstschaffende nicht, dass sie sich vor mehr als 20 Jahren dem Glas zugewandt hat. „Ich war schon immer von Licht und Schatten fasziniert. Glas geht wie kein anderes Material eine Symbiose mit dem Licht ein.“

Preise eingeheimst

Ihre abstrakten Kunstwerke, die vor allem durch ihre minimalistische Form bestechen, werden weltweit in Museen gezeigt und sind seit Jahrzehnten Bestandteil internationaler Ausstellungen.
Auch Preise hat die Künstlerin und Designerin aus Vorarlberg schon eingeheimst – zuletzt den „focus open 2015“, den Internationalen Designpreis Baden-Württembergs.

Kostbare Unikate

Den erhielt sie für ihre neuesten Arbeiten, die FINE ART URNS – Skulpturen aus Glas, die auch als Behältnis für die Asche von Menschen oder Haustieren Verwendung finden können. „Sie sind die Essenz der Erfahrungen, die ich während meiner 40-jährigen Tätigkeit als Künstlerin gemacht habe.“ Nachsatz: „Jedes einzelne Objekt ist ein kostbares Unikat, das auf traditionelle Weise in den Glashütten Venedigs geblasen wird.“

„final PEACE“, ihr kleines, im Vorjahr gegründetes Unternehmen, hat sich auf die Anfertigung von FINE ART URNS spezialisiert. Die Dornbirnerin hofft, dass ihre Firma in den nächsten Jahren im In- und Ausland Fuß fassen kann.

Moosbrugger ist als Künstlerin nie stehengeblieben. Sie führt das darauf zurück, „dass ich mir die Kreativität und Entdeckungslust des Kindes bis heute erhalten habe und nie aufgehört habe, neugierig zu sein“.

Ich habe mir die Kreativität des Kindes bis heute erhalten.

Eva Moosbrugger

Aussstellung in der Galerie in der Poststelle Hirschbühl in Schwarzenberg. Sie läuft noch bis Sonntag, 26. Juni, täglich von 10 bis 12 Uhr und 14.30 bis 19.30 Uhr.