Platz für 16.000 m³ Geröll und Wildholz

Vorarlberg / 27.06.2016 • 18:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erst aus der Vogelperspektive sind die gewaltigen Ausmaße der Steinebach-Verbauung in Dornbirn sichtbar.  Foto: stadt
Erst aus der Vogelperspektive sind die gewaltigen Ausmaße der Steinebach-Verbauung in Dornbirn sichtbar.  Foto: stadt

Hochwasserschutz in Dornbirn: Wichtige Projekte wurden abgeschlossen.

dornbirn. (ha) Die starken Niederschläge in den vergangenen Wochen zeigten einmal mehr, dass das Geld für Hochwasserschutz gut angelegt ist. Erst kürzlich wurden in Dornbirn oberhalb des Betriebsgebiets Steinebach und im Hatlerdorf zwei große Projekte fertiggestellt. In den kommenden Jahren müssen mindestens weitere 15 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen in allen Stadtteilen bereitgestellt werden.

Weitere Verbauungen nötig

Nach zwei Jahren Bauzeit ist die Geschiebesperre samt Auffangbecken mit einem Fassungsvermögen von 16.000 Kubikmeter im Steinebach nun fertig. Laut Tiefbaustadtrat Gebhard Greber ist damit die Gefahr einer großflächigen Überflutung gebannt: „Das Geschiebeauffangbecken wurde so konzipiert, dass es die Menge an Geröll, Holz und Wasser aufnehmen kann, die bei einem maximalen Katastrophen­ereignis zu erwarten ist.“ Allerdings sind noch weitere Verbauungen im Bereich des Steinebachs erforderlich, kündigt Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann an: „Die Arbeiten laufen weiter, in den nächsten Jahren soll der gesamte Steinebach hochwassersicher verbaut werden.“ Dazu gehört auch der Bau eines Stollens durch den Zanzenberg vom Steinebach bis zur Dornbirner Ache, der bei Hochwasser als Entlastungsleitung dienen soll. Das Projekt befindet sich in der Planungsphase.

Uferbereiche saniert

In den vergangenen Monaten wurden auch Uferbereiche des Steinebachs, vor allem im Bereich der Grafenbachmündung, saniert. Noch dieses Jahr wird mit der Sanierung der Ufermauern entlang des Steinebachs bis zum Fischbach begonnen. In etwa fünf Jahren sollen die gesamten Arbeiten am Steinebach und seinen Zubringern abgeschlossen sein.

Küferbach-Verbauung fertig

Fertiggestellt wurde in diesen Tage auch der erste 450 Meter lange Abschnitt der Küferbach-Verbauung in Mühlebach/Haslach. Dabei wurden Dämme saniert und teilweise erhöht, zudem wurde das Bachbett aufgeweitet. Im Winterhalbjahr 2016/17 ist der Unterlauf an der Reihe.

Insgesamt werden 1,5 Millionen Euro investiert. Für die Stadtchefin ist das Geld gut angelegt: „In diesem Bereich hätte es bei Überflutungen Schäden in Höhe von rund acht Millionen Euro geben können.“ Rund 150 Gebäude im Gefahrenbereich, dazu Straßen, aber auch Gewerbe- und Industriegebäude sind nun vor Hochwasser geschützt. Ganze Arbeit leisteten auch die Flussbauer, so Greber: „Die Baumaßnahmen sind von der Wildbach- und Lawinenverbauung zügig durchgeführt worden, die Belastung für die Anrainer hielt sich in Grenzen.“

Wasserläufe zähmen

Im Bereich Küferbach/Fallbach gab es in der Vergangenheit immer wieder Überschwemmungen. Um die Wasserläufe zu zähmen, wurden seit 1963 insgesamt 17 Sperrbauwerke, Leitwerke, Abweisdämme sowie eine große Geschiebesperre errichtet.

Die Arbeiten gehen in den nächsten Jahren weiter.

Bgm. Andrea Kaufmann

Hochwasserschutz

Geschiebesperre Steinebach:

» Fassungsvermögen von 16.000 Kubikmetern

Küferbachverbauung:

» Gesamtinvestition von 1,5 Millionen Euro

» Erster Abschnitt mit 450 Meter abgeschlossen