Stählerne Lady erstrahlt in völlig neuem Glanz

Vorarlberg / 07.07.2016 • 20:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Adolf Gstöhl auf der generalüberholten Lok. Sie fährt wieder. Foto: VN/Hartinger
Adolf Gstöhl auf der generalüberholten Lok. Sie fährt wieder. Foto: VN/Hartinger

Frisch überholt begibt sich Maffei-Dampflok bei „Rheinschauen“ wieder auf Tour.

Lustenau. (VN-hk) Ihr mächtiger schwarzer Leib glitzert erhaben in der Morgensonne. Noch steht sie auf dem Zubringergleis vor der Remise, bereit für neue Fahrten. Die nostalgische Maffei-Dampflok ist wieder zu Hause. Gerade angekommen aus Meiningen im deutschen Thüringen, von wo das respekteinflößende Stahlvehikel mit einem Lastwagen hergebracht wurde.

Die Bewunderer

Die Dampflokomotive war auf Kur, wurde in einer Spezialwerkstatt für 250.000 Euro rundum erneuert. Sie litt unter anderem an „Asthma“, d. h. die Dampfleistung ließ nach. Jetzt steht sie da, umringt von ihren größten Bewunderern und Ziehvätern. „Sie hat neue Kesselrohre, neue Speiseleitungen, Treibstangen- und Kuppelstangen, neue Lager und vieles andere mehr“, erklärt Walter Stark (52), der das Projekt Dampfloksanierung leitete und nun stolz das alte Stahlross bewundert. Er ist nicht der einzige. Auch Adolf Gstöhl (78), der Spezialist für alle alten Maschinen, die mit Dampf betrieben werden, ist da. Und Claude Baltes (60), ein ehemaliger Dampflokomotivführer aus Luxemburg.

Alle sind sie Mitglieder des Vereins „Rheinschauen“, haben dazu beigetragen, dass die Dampflokomotive in frischem Glanz zurück ist, auch sehr zur Freude von „Rheinschauen“-Geschäftsführer Markus Dietrich, der die Dampflok als Attraktion für die Museumsbähnlekunden sieht.

Die alte Maffei hat eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich. In den Jahren zwischen 1920 und 1960 war sie als schmalspurige Arbeitslok im Einsatz. „Sie transportierte damals täglich bis zu 400 Tonnen Steinmaterial aus dem Steinbruch und fuhr damit zu den verschiedensten Baustellen“, erzählt Walter Stark, dem man in jeder Äußerung über den stählernen Koloss die Bewunderung für diesen anmerkt. „Sie hat auch mehrere Unfälle hinter sich“, erzählt Markus Dietrich. Einmal fiel sie in den Rhein, einmal kippte sie mitsamt dem sie transportierenden Schwerfahrzeug um. „Darüber hinaus ist sie auch mehrere Mal entgleist“, ergänzt Dietrich den Unfallbericht der altehrwürdigen Maffei.

Große Feier

Nachdem sie für Arbeitszwecke nicht mehr gebraucht wurde, kam sie auf einen Sockel am Rheindamm auf Höhe Gasthaus Krönele und konnte dort bewundert werden. Im Jahre 1992 wurde sie schließlich für touristische Zwecke vom Verein Rheinschauen an jenen Ort gebracht, an dem sie sich jetzt befindet. Hier tut sie als Freizeitvehikel nun wieder das, wozu sie vor 100 Jahren gebaut wurde: Dampfen und auf den Gleisen am Rheindamm dahingleiten.

Am kommenden Sonntag wird der Maffei ein eigenes Willkommensfest gewidmet. Ab 10.30 Uhr geht es mit den Feierlichkeiten los. Um 11.45 Uhr gibt es unter anderem Informationen über Geschichte und Restaurierung der Maffei.

Ein Bild aus alten Tagen, als die Maffei-Lok noch arbeiten musste.
Ein Bild aus alten Tagen, als die Maffei-Lok noch arbeiten musste.