Zahl der Gurtenmuffel steigt

Vorarlberg / 11.07.2016 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Gurtendisziplin 2015 leicht gesunken. Obwohl das Todesrisiko ohne Gurt elf Mal höher ist.
Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Gurtendisziplin 2015 leicht gesunken. Obwohl das Todesrisiko ohne Gurt elf Mal höher ist.

Gurtendisziplin 2015: Noch immer sieben Prozent der Lenker ungesichert unterwegs.

Schwarzach. Jährlich erhebt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) österreichweit unter 65.000 Kfz-Insassen, wie viel Prozent der Lenker, Beifahrer und Mitfahrer angegurtet sind. Das Ergebnis: Im Jahr 2015 legten 93 Prozent der Lenker einen Sicherheitsgurt an, im Jahr 2014 waren es noch rund 95 Prozent.

Unter den Mitfahrern auf den Rücksitzen ist das Gefahrenbewusstsein deutlich geringer: Österreichweit waren im Jahr 2015 nur 88 Prozent angeschnallt. „Nicht angeschnallte Mitfahrer gefährden im Falle eines Unfalls nicht nur sich selbst, sondern auch die Passagiere in der Vorderreihe, wenn sie bei einem Unfall oder einer ruckartigen Bremsung nach vorne geschleudert werden. Die Gurtenpflicht gilt gesetzlich in hinteren Sitzreihen genauso wie vorne. Vor allem auch für Kinder – gerade auch auf kurzen Strecken“, erklärt KfV-Direktor Othmar Thann. Bei Kindern bis zwölf Jahre beträgt die Gurtenanlegequote 97 Prozent, gefolgt von 95 Prozent gesicherten Senioren. Am geringsten ist die Sicherungsquote bei den 13- bis 24-Jährigen mit 91 Prozent – dies ist auf die geringe Anschnallquote auf den Rücksitzen zurückzuführen (13 bis 17 Jahre 85 Prozent und 18 bis 24 Jahre 76 Prozent).

Lebensretter Gurt

Gurtverweigerer setzen sich einem hohen Risiko aus, wie die Analyse aus dem KfV zeigt: Das Risiko, bei einem Unfall mit Personenschaden getötet zu werden, ist ohne Gurt elf Mal höher als mit Gurt. Jeder 19. nicht angegurtete Pkw-Lenker bzw. Mitfahrer stirbt, während nur jeder 208. angegurtete Pkw-Insasse bei einem Unfall mit Personenschaden getötet wird.

„Vergessen“ und „unbequem“

Eine repräsentative Umfrage zu Österreichs Gurtenmuffeln des KfV unter 1200 österreichischen Autofahrern zeigt die Gründe der Gurtenverwendung genauer: So ist das Angurtverhalten stark situationsabhängig. Am schlechtesten ist die Gurtenmoral am Rücksitz und im Taxi – rund die Hälfte der Gurtenmuffel gurten sich hier nie oder selten an. Kurze Strecken (bis fünf km) schmälern die Gurtenmoral: Ein Viertel gurtet sich hier selten oder nie an. Auch Stress wirkt sich negativ aus, 15 Prozent gurten sich selten oder nie an, wenn sie gestresst sind.