Bregenz zeigt Flagge

Vorarlberg / 19.07.2016 • 18:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Original Souvenirs“ mit Turandot-Bühnenbild aus dem Automaten.

Die Festspiele halten ab heute Einzug: Wie viel Turandot steckt in der Landeshauptstadt?

Bregenz. (VN-ger) Wenn die Flaggen aus aller Welt entlang der Römerstraße oder jene von Österreich und der EU am Rathaus wehen, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Bregenzer Festspiele bald Einzug halten werden. Überhaupt hat sich die Landeshauptstadt für das kulturelle Ereignis des Sommers wieder hübsch herausgeputzt. Die ganze Stadt in Festspiel-Stimmung? Nicht ganz. An der Fußgängerzone jedenfalls scheint die Puccini-Oper um die chinesische Prinzessin Turandot so gut wie spurlos vorbei gegangen zu sein. Okay, hin und wieder ist ein Flyer, in selteneren Fällen ein kleines Plakat oder goldige Notenschlüssel wie in der Buchhandlung Brunner in den Schaufenstern zu finden. Die große Ausnahme: Die Konditorei Götze in der Kaiserstraße. Hier wird die Tradition seit vielen Jahren hochgehalten. „Ich finde es schade, dass es nur noch so wenige machen. Früher haben die Festspiele noch einen Wettbewerb ausgeschrieben“, sagt Chefin Carmen Götze. Das nachgebaute Turandot-Bühnenbild aus Styropor und Karton und die Terrakotta-Krieger aus Marzipan kommen jedenfalls an. „Es werden viele Fotos gemacht. Letztes Jahr hat sogar ein chinesisches Fernsehteam bei uns gedreht“, erzählt die Konditorei-Chefin. Auch die Festspieltrüffel, Petit Fours garniert mit Notenschlüsseln oder der Festspiel-Eisbecher schmecken bei den Götzes nach dem Spiel am See.

Festspiele in flüssiger Form

Direkt am Bodensee fällt die Spurensuche etwas leichter. In der Welle am Hafen sind neben dem „Puccini“ auch Festspieldrinks vergangener Spielsaisonen auf der Karte zu finden. „André Chénier war der erste und läuft nach wie vor am besten“, verrät Inhaberin Rosmarie Faber, die bereits die Testphase für den Turandot-Nachfolger „Carmen“ ausgerufen hat. Vorbei am Wirtshaus am See, wo es die Festspiele ebenfalls in Getränkeform gibt, steht er schließlich – der Automat, an dem um zwei Euro Original-Festspielmünzen samt Bühnenbild erstanden werden können. Weit kann es also nicht mehr sein bis zu den Terrakotta-Kriegern . . .

Ein beliebtes Fotomotiv: Der einsame Terrakotta-Krieger vor der Festspielbühne.  Foto: VN/Steurer
Ein beliebtes Fotomotiv: Der einsame Terrakotta-Krieger vor der Festspielbühne.  Foto: VN/Steurer
In der Konditorei Götze gehören die Festspiele im Schaufenster dazu, wie die Kekse zu Weihnachten.
In der Konditorei Götze gehören die Festspiele im Schaufenster dazu, wie die Kekse zu Weihnachten.