Dornbirn besteht auf Hubschrauber-Landeplatz

20.07.2016 • 19:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Wortmeldungen aus Bregenz und Feldkirch sorgen im Rathaus für Unverständnis und Ärger.

Dornbirn. (ha) Landesrat Christian Bernhard will die Notwendigkeit eines Hubschrauberlandeplatzes für das Dornbirner Stadtspital neu bewerten, KHBG-Direktor Gerald Fleisch teilt mit, dass das Land mit Landeplätzen auf den Landeskrankenhäusern in Feldkirch, Bludenz und Bregenz ohnehin gut versorgt sei. Wortmeldungen, die man in Dornbirn nicht gerne hört.

Dass die Notwendigkeit eines Landeplatzes überhaupt angezweifelt wird, sorgt im Rathaus für Kopfschütteln. Immerhin erteilte die Gesundheitsplattform im vergangenen Jahr die Genehmigung zur Verlegung des Landeplatzes auf das Dach des Krankenhauses. Daraufhin wurden die Detailplanungen gestartet und die Behördenverfahren eingeleitet.

Bürgermeisterin Andrea Kaufmann ließ gestern ihren Parteifreund Landesrat Bernhard wissen, dass Aussagen, die den neuen Landeplatz infrage stellen, für die Stadt unverständlich seien. Jedenfalls soll umgehend mit den Bauarbeiten begonnen werden, sobald die noch ausstehenden behördlichen Bewilligungen auf dem Tisch liegen. Diese werden in den kommenden Wochen erwartet.

Die Ausschreibungen sind bereits vorbereitet und werden nächste Woche veröffentlicht. Das lässt vermuten, dass sich die Stadt in dieser Sache weder vom Land noch von der Krankenhausbetriebsgesellschaft von der Umsetzung des 2,5-Millionen-Euro-Projekts abhalten lässt.

Inzwischen konnte laut Stadt auch klargestellt werden, dass der bestehende Landeplatz auf dem Dach des ehemaligen Pflegeheimes nach wie vor angeflogen werden könnte. Wie berichtet, wurde vor wenigen Tagen ein Landeverbot erlassen, weil die Sicherheit wegen hoher Lichtmasten auf der benachbarten neuen Sägerbrücke nicht mehr gegeben sei. Diese autonome Entscheidung der Flugrettung kann man in Dornbirn nicht nachvollziehen, „weil der Landeplatz bisher vielen Piloten als sicher erschien“. Dornbirn will nun in Gesprächen mit den Verantwortlichen eine Übergangslösung erreichen, damit das Spital bis zur Fertigstellung des neuen Landeplatzes im kommenden Jahr weiterhin angeflogen wird.

Überregionale Bedeutung

In diesem Zusammenhang erinnert Krankenhausreferent Vizebürgermeister Martin Ruepp an die überregionale Bedeutung des Spitals als zentrales Versorgungshaus für das gesamte nördliche Rheintal und auch den Bregenzerwald: „Über 60 Prozent der Patientinnen und Patienten stammen überhaupt nicht aus Dornbirn.“ Pro Jahr fliegt die Flugrettung rund 70 Mal das Stadtspital an. Neben dem ÖAMTC-Helikopter transportieren auch Hubschrauber anderer Organisationen Patienten nach Dornbirn.

Mehr als 60 Prozent der Patientinnen und Patienten stammen überhaupt nicht aus Dornbirn.

Martin RUEPP